Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
22
Erscheinungsjahr:
1996
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000071675/133/
- wo festgehalten wird: "Unsere Raumordnung muss überarbeitet wer­ den, damit der weiteren Zersiedelung und Ausbeutung des Bodens Einhalt geboten werden kann."66 Im übrigen dürfte es vermutlich schon früher innerparteiliche Be­ mühungen gegeben haben, einen klareren Standpunkt in der Bodenpoli­ tik zu finden. Zumindest enthält ein seinerzeitiges Ausgangspapier zur Parteiprogrammdiskussion noch ein eigenes Kapitel "Wohnbau und Bauland", das die Schwierigkeiten bei der "Beschaffung des Baugrundes, der sich mittlerweile drastisch verteuert hat und zur Mangelware gewor­ den ist"67 thematisiert und erste Folgerungen empfiehlt.68 Bemerkens­ werterweise kommt dieser Themenkomplex als solcher in der Endfas­ sung des Parteiprogrammes überhaupt nicht mehr vor. Dort ist lediglich die Feststellung übrig geblieben: "Die FBP setzt sich ein für: - Die flächenmässige und qualitative Sicherung des landwirtschaftlich genutz­ ten Bodens."69 Über die Gründe für diese Diskontinuität Hesse sich nur spekulieren, sodass auch nichts über etwelche Spannungen respektive über allfällige Rücksichtnahmen auf Sensibilitäten innerhalb der Anhän­ gerschaft ausgesagt werden kann. Zusammenfasend fällt bei einer Analyse der auf Bodenfragen Bezug nehmenden programmatischen Erklärungen der FBP vor allem auf, dass zwar erwünschte Zustände skizziert werden, bezeichnenderweise unter­ bleiben jedoch instrumenteile Empfehlungen. Das heisst, die offiziell deklarierte FBP-Parteimeinung geht nicht auf Eingriffe und Massnah­ men ein, die zur Erreichung der ohnedies nicht allzu konkreten Sollbil­ der zu setzen wären. Im Prinzip ähnlich verhalten sich die Dinge bei der gegenwärtigen Mehrheitspartei im liechtensteinischen Landtag, der Vaterländischen 66 ebd. 67 Fortschrittliche Bürgerpartei: Modell Liechtenstein, 1985, S. 33. 68 Die vorgeschlagenen Empfehlungen lauten unter anderem: Die Gemeinden sind von Gesetzes wegen gehalten, die Einnahmen aus der Grund­ stückgewinnsteuer für die Beschaffung von Bauland im Rahmen der Wohnbauförde­ rung einzusetzen. Dieses Instrumentarium kann und muss ausgebaut werden, damit die Gemeinden im Rahmen ihrer Autonomie in die Lage versetzt werden, Bauland zu er­ schwinglichen Preisen an Personen abzugeben, die dieses mittels Wohnbauförderung überbauen möchten. - Suche nach liechtensteinischen Lösungen, statt Kopie ausländischer Beispiele. Die Chance, dass junge Menschen in unserem Lande Wohnungseigentum erwerben können, muss gewahrt und dort, wo es notwendig ist, neu geschaffen werden." Fortschrittliche Bürgerpartei: Modell Liechtenstein, 1985, S. 35. 69 Fortschrittliche Bürgerpartei: Mit Herz und Mut, sine anno, sine pagina. 132
        

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