Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
22
Erscheinungsjahr:
1996
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000071675/129/
eigentum gestreut ist. Denn dann ist der Kreis jener grösser, die sich ge­ gen die Übernahme von Sozialpflichtigkeiten wehren oder gegen son­ stige mehr oder minder schmerzhafte Beschränkungen der Verfügungs­ gewalt über Boden sträuben. Wie schon die vorherigen Ausführungen erahnen lassen, dürften sich die Eigentumsrechte an Grundstücken gerade in Liechtenstein unter an­ derem wegen der hier seit Jahrhunderten vorherrschenden Realteilung sowie wegen später noch zu erläuternder grundverkehrsgesetzlicher Re­ gelungen und wegen des eminenten sozialen Stellenwertes von Boden­ eigentum ziemlich dispers verteilen. Genaue Analysen über die Grund­ eigentümerstruktur im Fürstentum Liechtenstein wären zwar theore­ tisch möglich, sie scheitern in der Praxis gegenwärtig aber am hohen Zeitaufwand, der für eine exakte Erhebung notwendig wäre. Denn als einzig massgebliche Quelle liesse sich nur das Grundbuch auswerten. Da selbiges jedoch noch händisch geführt wird, ist die automationsge- stützte Erstellung einer Statistik ausgeschlossen.47 Die aus dem Kalkül der politischen Ökonomie erwartbare Abnei­ gung dagegen, sich bodenpolitisch zu exponieren, fand im Zuge der Re-. cherchen für die gegenständliche Studie schliesslich auch ihre Bestäti­ gung. Nicht nur, dass mündlich angefragte Spitzenfunktionäre keine of­ fizielle Stellungnahme abgeben wollten und auf Insistieren hin die Angelegenheit wie eine heisse Kartoffel weiterzureichen trachteten, rea­ gierten auch die Parteizentralen auf ein Anschreiben mit schriftlich for­ mulierten Fragen, welche Aufschluss über die betreffenden Ansichten zur Bodenpolitik in Liechtenstein geben sollten, entweder zögerlich­ 47 Allein die exakte Erfassung der Grundeigentümerstruktur aus dem Grundbuch würde - einer seinerzeit im Regierungsauftrag vom Grundbuchamt erstellten Aufwandsschät­ zung zufolge - ca. 3,5 Mannjahre beanspruchen. Gleichwohl existiert eine vertrauliche, regierungsintern erstellte "Statistik der Eigen­ tumsverhältnisse an liechtensteinischem Grund und Boden" für das Jahr 1981, die aber nur eine stark vergröberte Ubersicht nach natürlichen und juristischen Personen und nach deren Staatszugehörigkeit liefert. Die Situation könnte sich allerdings hinkünftig ändern, da die liechtensteinischen Re­ gierungsstellen eine stufenweise Umstellung des Grundbuchsamtes auf EDV in die Wege geleitet haben. Dieser Entschluss wird damit begründet, dass die heutige Art der Grundbuchführung nicht mehr zeitgemäss sei, und dass sie auch das Risiko berge, ein grosser Teil der Daten könne im Katastrophenfall verloren gehen. Bis zur umfassenden Realisierung wird es aber noch einige Zeit dauern, sind doch erst noch neue rechtliche Grundlagen zu schaffen und die Neuvermessung des Landes abzuschliessen. vgl. Schweizerische Depeschenagentur: 400.000 Franken für EDV-Lösung beim Grund­ buchamt, 1993. 128
        

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