Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
22
Erscheinungsjahr:
1996
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000071675/116/
konsolidierte staatliche Budgetpolitik beigetragen, die sich dem Grund­ satz verpflichtet fühlt, "die Einnahmen und die Ausgaben auf Dauer im Gleichgewicht zu halten."26 Diese auf mehreren Säulen ruhende innere Stabilität senkt für Unternehmer und Anleger das Risiko, ihrer Anlagen verlustig zu gehen, wobei als weiteres Moment die Tatsache ins Spiel kommt, dass Liechtenstein infolge der mit der Eidgenossenschaft ver­ traglich vereinbarten Wirtschafts-, Zoll- und Währungsunion an sämt­ lichen Vorteilen des Schweizerfrankens partizipieren darf. Die - zwar zahlenmässig wegen des Fehlens entsprechender Daten­ grundlagen schwer zu belegende,27 in der Literatur aber immer wieder ins Treffen geführte - Stetigkeit der bisherigen volkswirtschaftlichen Entwicklung bedeutet für den Bodenmarkt, dass in Liechtenstein während der jüngeren Vergangenheit eigentlich kein besonderer Druck herrscht, der Anlass gäbe, Vermögenswerte in Realitätenbesitz umzu­ schichten, um allfälligen ökonomischen Irritationen zu entgehen.28 Die hochgradige Verflechtung mit den benachbarten Volkswirtschaften Österreichs und vor allem der Schweiz stützt schliesslich Zukunftser­ wartungen einer ruhigen und gleichförmigen ökonomischen Weiterent­ wicklung. Nicht zuletzt wegen der engen Kooperation mit den Nachbarländern lässt auch die infrastrukturelle Basisausstattung kaum zu wünschen übrig. Dies gilt etwa sowohl für die Netze zur Energieversorgung mit Elektri­ zität, Erdgas und Öl als auch für die Telekommunikation, für die Was- server- und -entsorgungseinrichtungen sowie für die Verkehrserschlies­ sung und -anbindung. Was die Erschliessung der Grundstücke anbelangt 26 Matt: Staatshaushalt, 1982, S. 77. 27 Es zählt zu den langjährig monierten und in einschlägigen Studien oftmals beklagten Fakten, dass in Liechtenstein die für Wirtschaftsanalysen notwendige Datenbasis ent­ weder gar nicht vorhanden ist, oder dort, wo es sie gibt, grosse Lücken aufweist. Besagte Umstände kommen unter anderem im Fehlen einer volkswirtschaftlichen Ge­ samtrechnung aber auch im Mangel an sonstigen zum modernen Standard gehördenden Wirtschaftsstatistiken zum Ausdruck. Auf die prekäre Datenlage verweisen ausdrücklich etwa: Kneschaurek und Graf: Entwicklungsperspektiven für das Fürstentum, 1990, S. 4f. Büchel: Liechtensteins Wirtschaftserfolg, 1989, S. 4. aber auch bereits Schnetzler: Abklärung der Wirtschaftsstruktur, 1966. 28 Separate Kennzahlen zur Preisstabilität im Fürstentum Liechtenstein, wie eine für den Staat extra ermittelte Inflationsrate, sind nicht verfügbar; vielmehr kommt auch in der amtlichen Statistik einfach der Schweizerische Landesindex der Konsumentenpreise zur Anwendung. 115
        

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