23 
2.5. Alleingang der Schweiz mit Nachvollzug 
Ein Szenario, das nicht ausser Acht gelassen werden darf, besteht darin, dass die 
Schweiz weiterhin ihre Politik des Nachvollzugs europäischen Rechts verfolgt, aber 
weder über bilaterale Abkommen noch durch einen EWR- oder EU-Beitritt einen 
ausreichenden diskriminierungsfreien Zugang zum Binnenmarkt erhält. Dass daraus 
für Liechtenstein erhebliche Nachteile resultieren würden (fehlender Zugang zum 
Binnenmarkt bei gleichzeitig zunehmendem Anpassungsdruck auf den Finanzplatz 
seitens der Schweiz) bedarf keiner besonderen Begründung. 
2.6. Echter Alleingang der Schweiz 
Ein "echter" Alleingang der Schweiz unter Verzicht auf weitere bilaterale Verträge 
würde das bewusste und gezielte Anstreben von Standortvorteilen durch Schaffung 
von Regulierungsgefälle voraussetzen. Ein solches Szenario ist unwahrscheinlich. 
Sollte es trotzdem Wirklichkeit werden, so müsste die Schweiz notgedrungen ihre 
Politik der Schaffung komparativer Vorteile auch auf den Bereich Finanzdienst- 
leistungen ausdehnen. Damit wäre das für Liechtenstein wichtige Regulierungsgefälle 
zur Schweiz nachhaltig gefährdet. 
VI. FAZIT: EWR-BEITRITT UNTER BEIBEHALTUNG DER OFFENEN GRENZE 
ZUR SCHWEIZ ALS BESTE LÖSUNG 
Die liechtensteinische Industrie ist auf den Beitritt zum EWR angewiesen. Ähnliches 
gilt vor allem wegen der Sekundäreffekte für das Gewerbe. Für den Finanzplatz muss 
das Urteil differenziert ausfallen. Auf den ersten Blick könnte man zum Ergebnis 
kommen, dass bei einem EWR-Beitritt die Nachteile für Rechtsanwälte und 
Treuhänder überwiegen. Der Gesetzgeber hat jedoch durch die Trennung der beiden 
Berufe eine hohe Marktzutrittshürde gegenüber EWR-Ausländern geschaffen. Für den 
Bankensektor stehen die Zeichen eher günstig. Weiter ist an die Chance zu erinnern, 
in Liechtenstein einen Anlagefondsplatz und einen Versicherungsplatz mit freiem 
Zugang zum europäischen Binnenmarkt zu schaffen. Schliesslich ist auf das 
 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.