Entstehung des EWR-Projekts 36 
  
wenig Eindruck. Die offizielle Aufmerksamkeit richtete sich vielmehr auf ein Interview 
de Clercqs in der Schweizerischen Handelszeitung, das dem traditionellen helveti- 
schen Bilateralismus eine Zukunftschance zu geben schien *. Die Interlakenbedin- 
gungen bildeten in der Folge eine konstante Grósse in der Politik der Gemeinschaft. 
Der Ministerrat stimmte ihnen am 20. Juli 1987 zu *. Die Kommission ihrerseits 
wiederholte die drei Punkte beim EFTA-Treffen vom 27. Januar 1988. 
Angesichts der bescheidenen Ergebnisse des Luxemburger Programms ([1] 
Einheitliches Verzollungsdokument, [2] Vereinfachung des Transits, [3] erweiterte 
Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung) waren EG und EFTA ab Frühjahr 
1988 bestrebt, dem Projekt der Schaffung eines Europäischen Wirtschaftsraums 
neuen Schwung zu geben. Anlässlich des EG-EFTA Ministertreffens vom 2. Februar 
1988 in Brüssel veröffentlichten die Minister eine acht Punkte umfassende Gemeinsa- 
me Erklärung, welche die Prinzipien und Ziele der EG-EFTA-Kooperation bekräftigte. 
Angestrebt wurde nach wie vor ein pragmatisches Vorgehen auf multilateraler und 
bilateraler Ebene. 
Der erste Integrationsbericht des schweizerischen Bundesrates von 1988 lehnte einen 
EG-Beitritt erneut ab. Mögliche neue Formen der Zusammenarbeit (Abschluss eines 
Assoziationsabkommens oder eines globalen Rahmenabkommens oder Schaffung 
einer Zollunion EG-EFTA) wurden zwar diskutiert, aber allesamt verworfen. Immerhin 
äusserte die Regierung, soweit ersichtlich erstmals, offiziell die Furcht, der Integra- 
tionsschub der Zwölfergemeinschaft könnte Aussenseiter beeinträchtigen. Der 
Bundesrat führte weiter aus, dass er seine Haltung zur EG von nun an ständig kritisch 
hinterfragen werde ^. 
  
45 SHZ v. 29. 5. 1987. 
ae Vor allem Punkt zwei sollte in der spáteren EWR-Verhandlungen eine zentrale 
Rolle spielen. 
7 BBI 1988 III 249, 251, 381. 
 
        

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