Alternativen zum EWR 151 
  
4. EU-Beitritt der Schweiz 
Die Wahrscheinlichkeit einer EU-Mitgliedschaft der Schweiz ist mit den Beitritten 
Österreichs, Schwedens und Finnlands gestiegen. Dass bilaterale Verhandlungen zu 
einem für die Schweiz vorteilhafteren Ergebnis führen werden als eine Vollmitglied- 
schaft, darf ausgeschlossen werden. Den EWR wird die Schweiz mit ihren rund 7 
Millionen Einwohnern nicht als Dauerlösung akzeptieren wollen. Es spricht also einiges 
dafür, dass die Schweiz früher oder später der EU beitreten wird. Allerdings ist die 
zeitliche Perspektive eines Beitritts einstweilen völlig offen. Für Liechtenstein stellte 
sich eben auch in diesem Szenario das Problem, dass es seine Entscheidung unter 
unsicheren Bedingungen fällen müsste. Sollte sich die Schweiz mit ihrem Beitrittsent- 
scheid zehn oder mehr Jahre Zeit lassen, so wäre Liechtenstein während dieser 
gesamten Zeit vom Zutritt zum Binnenmarkt ausgeschlossen. Aber selbst wenn es in 
der Schweiz schneller gehen sollte, so wäre keineswegs sichergestellt, dass das 
Fürstentum im "Rucksack der Schweiz" einen angemessenen Status bekäme. Ein 
irgendwie geartetes Mitspracherecht wäre jedenfalls nicht gesichert. 
5. Alleingang der Schweiz mit Nachvollzug 
Ein Szenario, das nicht ausser Acht gelassen werden darf, besteht darin, dass die 
Schweiz weiterhin ihre Politik des Nachvollzugs europäischen Rechts verfolgt, aber 
weder über bilaterale Abkommen noch durch einen EWR- oder EU-Beitritt einen 
ausreichenden diskriminierungsfreien Zugang zum Binnenmarkt erhält. Eine solche 
Situation könnte dann eintreten, wenn weder allfällige bilaterale Abkommen noch eine 
zweite EWR-Vorlage noch ein EU-Beitritt das Referendum überständen. Angesichts 
des Nachvollzugs wäre die Schweiz alsdann rechtlich weitgehend in die EU eingebun- 
den, verfügte aber über keinerlei Mitwirkungs- oder Mitbestimmungsrechte und über 
keinen gesicherten Zugang zum Binnenmarkt. Das wäre aus schweizerischer Sicht 
zweifellos die schlechteste aller Lösungen. Auch die innenpolitischen Konsequenzen 
einer solchen Situation wären möglicherweise folgenschwer. Eine permanente 
Staatskrise wäre vor allem im Blick auf die europafreundliche Stimmung in der 
 
        

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