Alternativen zum EWR 150 
  
  
2. Bilaterale Verhandlungen im Schlepptau der Schweiz 
Ein Sichanhängen an die bilateralen Verhandlungen der Schweiz mit der EU ist wohl 
nicht praktikabel. Die Schweiz wäre auch bei bestem Willen ausserstande, ihre an sich 
schon schwierige Position in den Verhandlungen zusätzlich mit den besonderen 
Anliegen Liechtensteins zu belasten. Zunächst liegt es im Wesen bilateraler 
Negoziationen, dass die jeweiligen Beteiligten ihre eigenen, spezifischen Interessen 
verfolgen. Diese Interessen sind im Verhältnis Liechtenstein - Schweiz in zentralen 
Bereichen nicht deckungsgleich. Beispiele sind wiederum die Finanzdienstleitungen, 
die für Liechtenstein relativ gesehen eine sehr viel grössere Bedeutung haben als für 
die Schweiz und die Personenfreizügigkeit für EU- und EFTA-Angehörige, die in der 
Schweiz nach dem Urteil praktisch aller Ökonomen problemlos eingeführt werden 
könnte. Zu beachten ist überdies, dass der Bilateralismus im Verhältnis EU-Schweiz 
in den vergangenen zwei Jahren zu nichts geführt hat. Ob sich Liechtenstein nach 
einem Verzicht auf den EWR praktisch am nächsten Tag, d.h. ohne Wartefrist, in die 
bilateralen Verhandlungen einklinken könnte, ist offen. 
3 EWR-Beitritt der Schweiz im zweiten Anlauf 
Dass die Schweiz versuchen wird, im zweiten Anlauf EWR-Mitglied zu werden, ist mit 
den EU-Beitritten Osterreichs, Finnlands und Schwedens weniger wahrscheinlich 
geworden. Aber selbst wenn ein EWR-Beitritt der Schweiz noch móglich sein sollte, 
so würde er wohl bedeuten, dass dann auch Liechtenstein Ja zum EWR sagen 
müsste. Eine solche Situation hátte absurde Züge. Sie würde bedeuten, dass der 
Zugang zum Binnenmarkt verspätet geöffnet würde. Liechtenstein würde, wenn 
entsprechende Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden könnten, das 
erhalten, was es heute haben kann, aber mit Jahren Verzögerung. Das wäre 
gleichbedeutend mit Verlusten nicht nur im wirtschaftlichen, sondern auch im 
aussenpolitischen Bereich. 
 
        

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