Schlüsselfragen des EWR 86 
  
chen Anforderungen unterwerfen. In Frage kommen dabei der Nachweis von Berufs- 
erfahrung, ein Anpassungslehrgang oder eine Eignungsprüfung. Der Aufnahmestaat 
darf allerdings von diesen Varianten nicht gleichzeitig Gebrauch machen (Art. 4 Abs. 
2). Der liechtensteinische Gesetzgeber hat sich für die Eignungsprüfung entschieden. 
Damit ist das Wahlrecht zwischen den verschiedenen Möglichkeiten nach der hier 
vertretenen Auffassung konsumiert. 
Das Berufsbild des Treuhänders stellt eine liechtensteinische Besonderheit dar. 
Gemäss Art. 7 Treuhändergesetz umfasst es neben der Übernahme von Treuhand- 
schaften die Gründung von Verbandspersonen und Gesellschaften für Dritte, die Ver- 
mögensverwaltung, die Finanz-, Wirtschafts- und Steuerberatung, die Buchführung 
sowie rechtsberatende Tätigkeiten. In dieser weiten Ausgestaltung findet der Beruf des 
Treuhänders keine Entsprechung in den Rechten der Mitgliedstaaten. Angehörige der 
EWR-Staaten haben in Zukunft einen Anspruch auf Zugang zum Treuhänderberuf, 
wenn sie nach den Vorschriften ihres Heimatstaates zur rechtmässigen Ausübung der 
genannten Tätigkeiten befugt sind (Art. 35). Die Anforderung an die beruflichen 
Voraussetzungen entspricht den europarechtlichen Vorgaben. Bei den Bewilligungsvor- 
aussetzungen sind v.a. die Ausbildung (Art. 36 lit. d) und das Erfordernis der prakti- 
schen Tätigkeit (Art. 36 lit. e) hervorzuheben. Ausbildungen in anderen EWR-Làndern 
werden als gleichwertig anerkannt, wenn sie einer der in Art. 2 genannten Aus- 
bildungen entsprechen. Die dort genannten Möglichkeiten reichen vom Universitäts- 
abschluss einer juristischen oder wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät bis zu 
Diplomen von Treuhändern, Wirtschaftsprüfern, Buchhaltern, Steuerexperten und 
Bankfachleuten. Für die zuletzt genannten Berufsgruppen wird die sogenannte "Kleine 
Diplomanerkennungsrichtlinie" "^ Bedeutung erlangen. Die Tatsache, dass der 
Bewerber eine dreijáhrige Praxis nachzuweisen hat, begegnet keinen Bedenken. Was 
die Eignungsprüfung anlangt, so versteht sich von selbst, dass sie inhaltlich dem 
Gebot der Verháltnismássigkeit entsprechen muss. 
  
'^ ABI. 1992 Nr. L 209/25. 
 
        

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