Herausgeber:
Liechtensteinische Trachtenvereinigung
Erscheinungsjahr:
[1986]
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000065616/27/
Volksmusik aus 
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V 
Liechtenstein 
Vorwort 
Als ich 1964 meine Berufstátigkeit in Liechtenstein aufnahm, 
erhielt ich auf meine Fragen nach alten Volksliedern, Volkstán- 
zen, Noten und Instrumenten überall die resignierte Antwort: 
Das ist alles verloren und vergessen. 
Es stellte sich in der Tat heraus, dass keine Musikgruppen die 
Wirren des Ersten Weltkrieges und der Zwischenkriegszeit 
überlebt hatten. Nur die Musikvereine und Chóre hatten sich 
mit Mühe behaupten kónnen. Der kulturblinden Euphorie des 
wirtschaftlichen Aufschwunges nach dem Zweiten Weltkrieg 
fielen manche schöne Häuser und mit ihnen auch viele Instru- 
mente und Notenbüchlein zum Opfer. Nicht weniger zerstó- 
rerisch wirkte sich die  «Ertrümpelungswelles aus. 
Vom Triesenberger Künstler Rudolf Schädler erhielt ich 1966 
Kopien eines Klarinettenbüchleins der 1853 in Triesenberg 
gegründeten «Neuhüsler-Musik». Im Artikel «Musik in Trie- 
senbergs vergangenen Tagen» von Prof. Gustav Schädler, der 
am 12. Juni 1932 im Sonderheft des Vorarlberger Tagblattes 
aus Anlass des zweiten Liechtensteinischen Verbandsmusik- 
festes erschienen war, sowie in der 1953 erschienenen Fest- 
schrift «100 Jahre Musik am Triesenberg» von Dekan Engel- 
bert Bucher erfuhr ich genau Schilderungen der Entstehung, 
Entwicklung, Instrumentierung und Spielpraxis dieser 
Gruppe. 
In Triesen fand ich einige Stimmbüchlein der 1862 gegründe- 
ten «Triesner Musikgesellschaft» und die vom Theologiestu- 
denten Florian Rinde (1838— 1909) in Partitur geschriebenen 
Tànze, Kirchenlieder und kleinen Konzertstücke, die viele 
wichtige und interessante Aufschlüsse über die Art des Musi- 
zierens und den Aufgabenbereich der damaligen Musikanten 
ergaben. Ein Heft mit Tànzen für Gitarre fand sich in Triesen, 
ein Zitherheft in Vaduz und ein Stimmbüchlein der «Streich- 
musick» des Maurermeisters Fidel Negele (1884 bis 1937), 
"riesen, erhielt ich von dessen Sohn Gabriel. Bis heute brachte 
ich rund 200 Tänze, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhun- 
derts aufgeschrieben wurden, teils jedoch wesentlich älter 
sind, zusammen. 
Die in der vorliegenden Ausgabe enthaltenen Tänze entstam- 
men hauptsächlich dem «Neuhüsler» Tanzbüchlein und den 
Handschriften von Florian Kindle. Ich habe unleserliche 
Stellen und Lücken nach Stil- und Melodievergleichen ergàánzt 
und die Tänze nach der Besetzung der ursprünglichen 
«Streichmusik» für zwei Violinen, Klarinette und Bass bear- 
beitet. Die Bass-Stimme ist fiir Fagott oder Cello geschrieben. 
Bei Verwendung eines Kontrabasses müsste sie in manchen 
Tánzen wesentlich vereinfacht werden. Selbstverstándlich sind 
meine Bearbeitungen nur als Vorschlag aufzufassen und 
können nach der Tradition der Volksmusik geändert und auch 
für andere Besetzungen verwendet werden. 
Für die finanzielle Unterstützung, durch die die Herausgabe 
dieses ersten Heftes der geplanten Reihe «Volksmusik aus 
Liechtenstein» ermöglicht wurde, danke ich dem Liechtenstei- 
nischen Organisationskomitee für das Europäische Jahr der 
Musik 1985 in Liechtenstein, den Gemeinden Triesen und 
Triesenberg, Herrn Adulf Peter Goop, Vaduz, und der Carl- 
Mayer-Stiftung, Triesen. Herzlichen Dank auch der «Tresner 
Husmosig» für die Korrekturarbeiten. 
Triesen, Sommer 1986 
2e unes 
/z A 
 
        

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