Herausgeber:
Liechtensteinischer Alpenverein
Erscheinungsjahr:
1964
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000064056/4/
   
    
erosion setzt dann ein, wenn das Gleichgewicht zwischen den 
bodenbildenden und -bindenden und den abtragenden Kräften 
zerstört wird. Die Natur braucht zu solchen Vorgängen meist 
sehr grosse Zeiträume, unter dem Einfluss des Menschen, meist 
durch Zerstörung der Vegetationsdecke, geschehen sie dagegen 
innerhalb kurzer Zeiträume. Die Bodenerosion ist da- 
herals eine Folge der menschlichen Tätigkeit 
anzusehen. Für ihren Umfang sind jedoch Beschaffenheit, 
gegenseitige Beeinflussung und Wirkungsdauer zahlreicher Fak- 
toren massgebend. Neben dem Menschen sind es geologischer 
Aufbau, orographische Gliederung, klimatische und hydrologi- 
sche Verhältnisse, Vegetation und die Eigenschaften der Böden 
selbst. 
2. Die Bedeutung der Bodenerosion. 
Der zivilisierte Mensch von heute sonnt sich im Zeitalter des 
technischen Fortschrittes. Durch seinen Lebensstil entfernt er 
sich mehr und mehr von der Natur. Darüber kann auch die jetzt 
verbreitete Naturfreundlichkeit nicht darüber hinwegtäuschen, 
die sich vielfach äusserst oberflächlich romantisch und gefühls- 
betont auf bestimmte Teilsektoren bezieht und in Wirklichkeit 
der Natur nicht viel nützt. Der Mensch nimmt in der Natur Um- 
lagerungen grossen Ausmasses vor, meist ohne sich über die 
eigentlichen Folgen bewusst zu sein. Eine, wenigstens in groben 
Zügen gestaltete Vermittlung der heute umfangreichen Kennt- 
nisse auf dem Gebiete des Bodenschutzes an die Allgemeinheit 
oder zumindest an die Schuljugend, wird zwar für wertvoll er- 
achtet, gelangt aber nicht zur Durchführung. So überlässt man 
diesen Komplex einer verschwindend kleinen Gruppe von Wis- 
senschaftlern. Daher wird in der Allgemeinheit die umfassende 
Bedeutung der Bodenerosion absolut unterschätzt, obwohl un- 
endlich viele Beispiele in der Menschheitsgeschichte zeigen, wie 
ganze Völker infolge bewusster oder unbewusster Zerstörung 
ihres natürlichen Lebensraumes durch Bodenerosion zugrunde 
gingen. Im gesamten mediterranen Gebiet von Spanien bis Ana- 
tolien lagen einst waldreiche Länder wohlhabender Völker. 
Wohlstand führt zum Verlangen nach grösserem Wohlstand. 
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