Herausgeber:
Liechtensteinischer Alpenverein
Erscheinungsjahr:
1964
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000064056/3/
Hubert Wenzel 
Bodenerosion 
1. Die natürliche und die menschlich bedingte Bodenerosion. 
Seit vor Jahrmillionen die erste Bildung der festen Erdkruste 
erfolgte, wirkten auf diese sogleich die klimatischen Faktoren 
ein. Mit Beginn der Aufwölbung unserer Alpen begann auch die 
Verwitterung ihr Werk. Temperatur, Winde, Niederschlag und 
anderes mehr bewirken die Zerkleinerung des mehr oder weni- 
ger festen Gesteines. Das sich lösende Material folgt der Schwer- 
kraft und lagert sich in tiefer gelegenen Gebieten ab. Auch in 
den Niederungen dauern die Umlagerungen im kleineren Aus- 
masse an. Sobald die Zerkleinerung des Gesteines weit genug 
fortgeschritten und die hangabwärts gehende Bewegung des 
Schuttes weitgehend gehemmt ist, siedeln auf diesen Substraten 
bestimmte Pflanzen, sogenannte Pionierarten. Ihre Ueberreste 
bilden Humusstoffe, und so entsteht allmählich ein Boden. Der 
Boden kann sich also erst dann entwickeln, wenn die boden- 
bildenden und -bindenden Faktoren stärker werden als die des 
Bodenabtrages. Dies geschieht im Gebirge meist erst unter einer 
ausreichenden und schützenden Vegetationsdecke. Zwar hórt 
der Abtrag auch dann nicht auf, doch die Masse des abgetrage- 
nen Bodens ist kleiner als die, des durch Bodenbildung neu her- 
gestellten Bodens, so dass die Bodenmächtigkeit zunimmt oder 
gleichbleibt. Ein solcher Bodenabtrag zerstórt demnach die Bo- 
dendecke nicht. Er wird deshalb als normale (geologische) Ero- 
Sion oder auch als Denudation bezeichnet. 
Wir wollen uns nicht mit dieser Art des Abtrages, sondern 
mit der beschleunigten Erosion befassen (Bodenerosion im en- 
geren Sinne), die je nach Dauer und Intensitát des Vorganges 
den Boden bis auf das Muttergestein abträgt. Diese Boden- 
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