Herausgeber:
Liechtensteinischer Alpenverein
Erscheinungsjahr:
1964
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000064056/16/
    
    
ger bekannt sind die zahllosen kleinen Rutsche, die überall im 
Gebirge jeden Winter abgehen, und die nicht etwa harmlos sind, 
sondern die Bodendecke und deren Bewachsung durch ständige 
Schädigung gefährden. Im liechtensteinischen Gebiet befinden 
sich häufig oberhalb felsiger Steilzonen (z. B. Hahnenspiel ge- 
gen Valüna) Weideflächen, die als Einzugsgebiete für Schnee- 
rutsche funktionieren. Diese mehr oder weniger grossen Lawi- 
nen fallen durch die felsigen Steilstufen und nehmen dort aller- 
hand Schutt mit sich, der im unterhalb anschliessenden Wald 
abgelagert wird, dort ständigen Schuttstrom und Steinschlag 
verursacht, die Gesundheit dieses Waldes untergräbt und jeg- 
liche Verjüngung verhindert. Der schädigende Fortgang ist um- 
so rascher, je stärker diese Wälder selbst durch Holzung gelich- 
tet und durchweidet sind. Auf diese Art können sich innerhalb 
weniger Jahrzehnte geschlossene Wáàlder in Schuttreissen ver- 
wandeln und zur Versteinung darunter liegender Weideböden 
führen, wie sich das im Grossteg unterhalb dem Bergle und im 
Kleinsteg unterhalb dem Hahnenspiel anbahnt. 
Die Entwaldung weiter Alpengebiete erfolgte, wie schon er- 
wähnt, auf dem Weg des geringsten Widerstandes. Dadurch 
wurden gerade die hochgelegenen Waldgebiete, deren Böden 
den stärksten Schutz benötigen, und die allein den darunter- 
liegenden Gebieten Schutz gewähren können, nahezu total ver- 
nichtet. Dann blieb, nach unten anschliessend, ein Waldgürtel 
erhalten, der durch den oberhalb fehlenden Wald ständig nega- 
tiven Einflüssen unterworfen ist, der vielfach selbst geschädigt 
wird, und der daher meist nur äusserst mangelhaft die wieder- 
um unterhalb liegenden Gebiete zu schützen imstande ist. Statt 
dass die in den obersten Lagen besonders reichlichen Nieder- 
schläge von Bestockungen aufgehalten werden, rinnen sie wie 
von einer Glatze ungehindert nach unten und richten auf ihrem 
Wege grosse Verheerungen an. 
Diese Erscheinungen haben im gesamten Alpengebiet eine 
für den Laien unvorstellbare Ausdehnung. Man beachte allein 
die kahlen und versteinten Landschaften unserer Alpenpässe, 
die einst Wälder trugen. 
Heute wird im allgemeinen der extensive Weidebetrieb mit 
Recht als Weideraubwirtschaft bezeichnet, denn er führt zu 
48
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.