Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
20
Erscheinungsjahr:
1994
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000063504/197/
Handels- und Gewerbefreiheit lieh unproblematische "Ermessensfragen" eingestuft wurden.226 Seit eini­ gen Jahren verlangt der StGH nunmehr, dass Einschränkungen der Han­ dels-und Gewerbefreiheit geeignet, erforderlich sowie zumutbar sein müssen und darüber hinaus das Grundrecht nicht in seiner Substanz ver­ letzen dürfen.227 Damit schwenkt der liechtensteinische StGH -.ähnlich wie der österreichische VerfGH mit dem sog. Taxi-Erkenntnis228 - mit erheblicher Verspätung auf die Linie eines akzentuierten verfassungsge- richtlichen Kontrollmassstabes ein, wie er vom schweizerischen Bundes­ gericht229 und vom deutschen BVerfG250 seit langem angelegt wird. Dem Übermassverbot kann - so jüngst der StGH - auch durch gesetzliche Ubergangsfristen Rechnung getragen werden.231 b) Die Kerngehaltsgarantie als Schrankenschranke Beeinträchtigungen der Handels- und Gewerbefreiheit dürfen ferner nicht soweit gehen; dass sie das Grundrecht in seiner Substanz, in seinem 226 Beispielhaft hierfür die Entscheidung vom 14. November 1949, ELG 1947-1954, 221 (224); Entscheidungen vom 14.Dezember 1949, aaO, S. 224 (225) und S. 228 (229); Ent­ scheidung vom 12. Juli 1950, aaO, S. 237 (240); Entscheidüng vom 14.Dezember 1950, aaO, S. 230(235 f.); vgl." ferner Entscheidung vom 27. März 1957, ELG 1955-1961, 121 (124). . 227 StGH 1985/11 - Urteil vom 2. Mai 1988, LES 1988, 94 (99 f.); StGH 1989/3 - Urteil vom 3. November 1989, LES 1990, 45 (47). 228 S. VfSlg. 10932/1986; vgl. zur Entwickhing der Rechtsprechung des österreichischen VerfGH im Bück auf An. 6 Abs. 1 StGG ferner etwa öVerfGH EuGRZ 1988,103 (104) mlw.N. - Das Terrain für die neuere Judikatur wurde bereits zuvor in der Literatur bereitet; s. vor allem Oberndorfer/Binder, Der verfassungsrechtliche Schutz freier beruflicher, insbesondere gewerblicher Betätigung, in: Adomovich/Permhaler (Hrsg.), Auf dem Weg zur Menschenwürde und Gerechtigkeit. Festschrift für KJecatsky, 1980, S. 677 (688 ff.). «» S. z.B. BGE 91 I 464 m.w.N.; BGE 110 I a 102 ff.; BG, ZB1. 1984,123 ff.; BG ZB!. 1984, 178; BGE 103.1 a 552 ff.; "Zur Notwendigkeit.und Verhältnismässigkeit von Grund­ rechtseingriffen unter besonderer Berücksichtigung der bundesgerichtlichen-Praxis zur Handels- und Gewerbefreiheit" s. auch die gleichlautende Studie von W. F. Hotz aus dem Jahre 1977, passim. 218 Grundlegend das Apothekenurteil mit seiner sog. Dreistufentheorie, S. BVerfGE 7, 377 (397 ff.); die Stufentheorie war von Anfang an als Konkretisierung des Übermassverbo- tes für den Bereich des Berufsgrundrechts konzipiert, s. BVerfGE 13, 97 (104); zur " Rechtsprechung des BVerfG s. auch K. H. Friauf, Die Freiheit des Berufs nach An. 12 Abs. 1 GG, JA 1984, 537 ff. und P. J. Tettinger, Das Grundrecht der Berufsfreiheit in der Rechtsprechung des BVerfG, AöR 108 (1983), 92 ff. 231 Dazu s. StGH 1992/1 - (noch) nicht veröffentlichtes Urteil vom 17. November 1992, S. 11; vgl. auch StGH 1991/10 - (noch) nicht veröffentlichtes Urteil vom 14. April 1992, S. 7 ff. 199
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.