Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
19
Erscheinungsjahr:
1994
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000062648/86/
J. F. Gerhard Goeters und mit einigen hier nicht belangreichen Abänderungen für die engli­ schen und amerikanischen Kongregationalisten gültig. Kapitel 7, zwi­ schen Schöpfungs- und Vorsehungslehre einerseits und Heilsordnung andererseits plaziert, bietet eine ausführliche und klassische Darlegung der Lehre vom Doppelbund im Sinne Ursins und Rollocks, mit der Besprechung des Werk- und Gnadenbundes (foedus operum bzw. Covenant of works und foedus gratiae bzw. Covenant of grace).34 So wird das in der schottischen Theologie bis in die Gegenwart erwogen und diskutiert.35 Anders als im schottischen Calvinismus stellt sich das dar im engli­ schen Puritanismus. Hier sind die föderaltheologischen Elemente, hier ist eine runde und allgemein gültige Bundestheologie primär und sind die Möglichkeiten quasistaatlicher Verwirklichung in den Kolonien sekun­ där, ja direkte Konsequenzen. Ob die Bundestheologie in England schon durch William Tyndale, den Bibelübersetzer, ob sie durch die vom Kontinent zurückkehrenden Marian Exiles zum Beginn der Regierungszeit Elisabeths I. eingebürgert worden ist,36 steht dahin. Ihr Hauptvertreter ist der wichtigste Lehrmei­ ster aller puritanischen Theologen, William Perkins (1558-1602) in Cam­ bridge, mit seiner Schrift Armilla aurea von 1590 über die Heilsordnung. Gottes Erwählung hat die Christologie zum Fundament, aber im Bund und den Bundeszeichen ihre äussere Mittel. Der Bund ist, ganz wie bei Ursinus, ein doppelter, ein foedus operum und ein foedus gratiae. Der Werkbund besteht im Moralgesetz und ist im Dekalog zusammengefasst. Der Gnadenbund enthält die Verheissung Christi und seiner Gaben zum Glauben und ist, wie bei Bullinger und Calvin, ein und derselbe im Alten und im Neuen Testament. Dem sind die Sakramente als Bundeszeichen angeschlossen. Das Erwählungsdekret erfährt in wirksamer Berufung, Rechtfertigung und Heilung des Menschen seine Verwirklichung.37 Eine englische Übersetzung im Folgejahr hat dieser puritanischen Grund- M Müller, E. F. Karl: Die Bekenntnisschriften der reformierten Kirche. Leipzig, 1903, S. 558-560. (Nachdr. Zürich, 1987). Torrance, James B.: Covenant or Contract? A Study of the theological Background of Worship in the seventeenth-centuiy Scotland. In: Scottish Journal of Theology 23 (1970), S. 51-76. - Ders.: The Covenant Concept in Scottish Theology and Politics and its Legacy. In: Scottish Journal of Theology 34 (1981), S. 225-243. 34 Melier, Jens G.: The Beginnings of Puritan Covenant Theology. In: The Journal of Ecclesiastical History 14 (1963), S. 46-67, bes. S. 47-58. 17 Ebendort, S. 58-67. 92
        

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