Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
19
Erscheinungsjahr:
1994
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000062648/85/
Die reformierte Föderaltheologie und ihre rechtsgeschichtlichen Aspekte menten einstweilen noch der später so gewichtige Begriff des "Cove­ nant". Und auch die Confessio scotica von 1560 verwendet in ihrem 21. Kapitel von den Sakramenten, wenn sie diese als Bundeszeichen be­ nennt, den Begriff 
wLeag[u]e"29, nicht aber den des Covenant. Schottland hat wohl in George Buchanan (1506-1582)30 einen frühen Vertreter der Lehren von Volkssouveränität und Gesellschaftsvertrag, der in seiner 1569 entworfenen, aber erst 1579 gedruckten Schrift De iure regni apud Scotos mit einem Widerstandsrecht die Absetzung Maria Stuarts in Schottland begründete. Buchanan steht zeitlich wie sachlich in einer Reihe mit Beza, Hotman und Languet, mit den Monarchomachen, die allesamt keine Föderaltheologie vertraten. Die kirchliche und religiöse Prägung und Einbürgerung des Covenant-Begriffs in der schottischen Geschichte vollzog dann die Ge­ neralsynode von 1596.31 Das fallt in dieselbe Zeit, als Rollock in seinen theologischen Schriften die Bundestheologie in Schottland verbreitete. Die Bünde hatten ihre Funktion und Bedeutung, die Massnahmen des königlichen Kirchenregiments und damit des Absolutismus der Stuart­ könige in seine Schranken zu weisen. Die Höhepunkte wurden der National Covenant von 1638 gegen König Karl I. zur Verteidigung der Reinheit der Religion und der Freiheit der Kirche, den die Verfasser aus­ drücklich als eine Erneuerung des Covenants mit Gott bezeichneten,32 und schliesslich die Solemn League and Covenant von 1643 zur kirch­ lichen Union der drei Königreiche Schottland, England und Irland, die sich im Text nicht weniger als vier Male selbst einen Covenant nennt.33 Kanonisiert worden ist die Föderaltheologie in Schottland durch die Westminster Confession, die die Westminster Assembly zufolge der Solemn League im Auftrage des englischen Parlaments unter schotti­ scher Beteiligung 1647 erstellte und die die schottische Generalsynode 1647 sich zu eigen machte. Sie ist auch für die englischen Presbyterianer s Bekenntnisschriften und Kirchenordnungen der nach Gottes Wort reformierten Kirche. Hrsg. Wilhelm Niesei. 2. Aufl. Zollikon/Zürich, 1948, S. 106. In der lateinischen konti­ nentalen Übersetzung steht "foedus", ebendort, S. 107. K Dictionary of National Biograph)-. Hrsg. Leslie Stephen. Bd. 7. London, 1886, S. 186-193. 11 Burrell, Sidney A.: The Covenant Idea as a revolutionary symbol. Scotland 1596-1637. In: Church History 37 (1958), S. 338-350, bes. S. 361. 32 A source Book of Scottish History, Fn. 25, Bd. III. Edinburgh/London, 1961, S. 95-104, bes. S. 103. » Ebendort, S. 122-125. 91
        

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