Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
19
Erscheinungsjahr:
1994
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000062648/84/
J. F. Gerbard Goeters hat", der in Fragen und Antworten die Lehre vom Worte Gottes und Heiliger Schrift darstellt.23 Mit Howie als einem Vertreter der olevianischen Lehre vom Gnaden­ bund und mit Rollock und seiner Lehre vom Natur- und Gnadenbund im Sinne des Ursinus ist die Föderaltheologie in Schottland eingebürgert worden. Sie ist dort der dominante theologische Lehrtypus geworden.24 Doch religiöse bzw. konfessionelle Bünde sind in Schottland älter als die Rezeption der Föderaltheologie. Der erste von ihnen, unterzeichnet in Edinburgh von 5 schottischen Adligen, datiert vom 3. Dezember 1557. Die Unterzeichner geloben feierlich, das Wort Gottes und seine Gemeinde zu schützen, zu fördern und einzurichten, dazu gläubige Kir­ chendiener zur reinen Predigt und Sakramentsverwaltung zu unterhalten und zu schützen, hingegen der Gemeinschaft des Satans mit allem Aber­ glauben, Greuel und Götzendienst abzusagen.25 Die Inspiration dazu stammte offenbar von John Knox26, der 1555/56 in Edinburgh gewirkt hatte, dann aber als Ketzer verurteilt und nach seiner Flucht in effigie verbrannt worden war. In seiner Appellation, die er 1558 in Genf drucken Hess und an Adel, Stände und Allgemeinheit von Schottland richtete, beschwor er die Erneuerung des Bundes in Israel unter König Hiskia (2. Chron. 29, 10) und diejenige unter König Josia (2. Chron. 34, 31; 2. Kg. 23,3) mit der Abstellung allen Götzendienstes als biblische Beispiele und begründete dann ausführlich, dass dies für die Christen aus den Heidenvölkern nicht weniger gelte als einst für Israel.27 Bündnisse solcher Art gab es dann zwischen 1559-1572 mehrfach in verschiedenen Regionen Schottlands.28 Dabei fehlt aber in diesen Doku­ 23 In der Ausgabe Herborn, 1618, S. 295-318. Henderson, George David: The Idea of che Covenant in Scotland. In: The £vangelical Quarterly 27 (1955), S. 2-14. - Walker, James: The Theology and Theologians of Scot­ land. Chiefly of the seventeenth and eighteenth Centuries (Cunningham Lectures for 1870-1871). Edinburgh, 1881. 2. Aufl. (1882). 25 Text in: A Source Book of Scottish History. Hrsg. William Croft Dickinson, Gordon Donaldson und Isabel A. Milne. 2. Aufl. Bd. II. Edinburgh/London, 1958, S. 162-163. - Auch in Knox, John: History of the Reformation in Scotland. In: The Works of John Knox. Hrsg. David Laing. Bd. I. Edinburgh, 1846, S. 273-274. 26 Burleigh, John Henderson Seaforth: A Church History of Scotland. London, i960, S. 134. — Greaves, Richard L.: John Knox and the Covenant Tradition. In: Journal of Ecclesiastical History 24 (1973), S. 23-32, bes. S. 27-29. 27 Knox, John: The Appellation from the Sentences pronounced by the Bishops and Clergy. In: The Works of John Knox, Fn. 23. Bd. IV. Edinburgh, 1855, S. 488-489 und S.505-506. 28 Greaves, Richard L., Fn. 26, S. 29. 90
        

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