Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
19
Erscheinungsjahr:
1994
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000062648/81/
Die reformierte Föderaltheologie und ihre rechtsgeschichtlichen Aspekte Caspar Olevianus (1536-1587)13, Calvinschüler, verhinderter Reforma­ tor seiner Vaterstadt Trier, leitender reformierter Kirchenmann der Kur­ pfalz, schliesslich erster Theologe der Akademie von Herborn. Zuerst Jurist, hatte er in Bourges studiert und unter dem Römisch- und Zivil­ rechtler Franciscus Duarenus promoviert, der literarisch besonders das Vertragsrecht behandelte. Das Bundesthema nahm Olevianus, der im Winter 1558/59 in Zürich Theologie studiert hatte, von Bullinger auf, ge­ staltere es aber als Calvinschüler ganz nach den Grundgedanken des Meisters um. Nach zwei Anläufen über das apostolische Symbol Hess er 1585 in Genf sein umfangreiches Hauptwerk erscheinen, De substantia foederis gratuiti inter Deum et electos. Dies wurde zur Normaldogmatik der 1584 begründeten Akademie in Herborn. Olevianus entwickelt seine Bundestheologie von Jeremia 31 aus, der Verheissung des neuen Bundes mit dem in die Herzen geschriebenen Ge­ setz. Der dreieinige Gott verbindet sich in Christus mit den erwählten Gläubigen und erneuert sie durch den Hl. Geist. Erkenntnis des wahren Gottes, Sündenvergebung aus Gnaden um Christi willen und Erneue­ rung der Gläubigen zum Ebenbild Gottes sind die Inhalte und Verheis- sungen des Bundes. Das Wort, die Schlüsselgewalt und die Sakramente sind die äusseren Mittel der Zueignung in der sichtbaren Kirche. "Allein in den Erwählten aber bewirkt Gott eben das, was er befiehlt".11 Gegenüber Bullinger stellt Olevianus Christus in den Mittelpunkt, als MittJer des Bundes, der mit seiner Hingabe Gott und Menschen ver­ söhnt hat und durch die Mitteilung des Geistes diese regiert und erneu­ ert. In Christus und durch den Bund kommt Gottes Erwählungsrat- schluss zum Ziel. Zweck des Gnadenbunds ist die Selbstverherrlichung Gottes und die Glaubensgewissheit der Erwählten. Puritanische Mo­ mente sind unverkennbar. Nach Herborn und in die unmittelbare Nachbarschaft des Olevianus und seiner Bundestheologie gehört Johannes Althusius12 als Kollege in Bierma, Lyle D.: The Covenant Theology of Caspar Olevian. Phil. Diss. Duke Univcr- sity, 1980. - Goeters, J.F.G.: Caspar Olevianus als Theologe. In: Monatshefte für Evan­ gelische Kirchengeschichte des Rheinlandes 37/38 (1988/89), S. 287-319. " De substantia foederis gratuiti. Genf, 1585, S. 316. Biographischer Abriss von Holzhauer, Heinz: Johannes Althusius. In: Symposion 400 Jahre Hohe Schule Steinfun. Steinfurt, 1991, S. 146-157. (Steinfurter Schriften 17, hg. von der Stadt Steinfurt und dem Institut für Deutsche Rechtsgeschichte der Westfäli­ schen Wilhelms-Universität Münster). - Politische Theorie des Johannes Althusius. Hrsg. Karl-Wilhelm Dahm, Wemer Krawietz, Dieter Wyduckel. Berlin, 1988. (Rechts- theorie, Beiheft 7). 87
        

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