Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
19
Erscheinungsjahr:
1994
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000062648/409/
Es wäre eine Anmassung, die Substanz dieses facettenreichen, interdiszi­ plinären Symposiums in der gebotenen Kürze und ohne zeitlichen Abstand zusammenfassen zu wollen. Hier soll lediglich versucht wer­ den, holzschnittartig und selektiv einige Folgerungen festzuhalten, die sich im Verlauf der Tagung im Ergebnis oder wenigstens in der Fra­ gestellung als konsensfähig herauskristallisiert haben. Ich ordne den Gedankengang unter den fünf Aspekten: Ideengeschichtlicher Ursprung, Begriff, Anwendungsbereiche, offene Fragen und Grenzen. 1. Zum ideengeschichtlichen Ursprung Die bisher vorherrschende Auffassung, wonach das Subsidiaritätsprinzip eine Erfindung der katholischen Soziallehre sei, dazu erst noch eine junge Erfindung des 20. Jahrhunderts, ist falsch. Dem Sinne nach gehen die Ursprünge u.a. auf Aristoteles, die reformierte Föderaltheologie (Widerspruch im nachträglich eingetroffenen Beitrag Goeters), die Föderalismustheorie ab Althusius und die Menschenrechtetheorie ab Locke zurück. Das Phänomen der Subsidiarität taucht ganz oder in Teil­ aspekten unter anderen Etiketten auf wie beispielsweise: Föderalismus, Regionalismus, vertikale Gewaltenteilung, Autonomie, Dezentralisie­ rung, Volkssouveränität, Demokratie, Bürgernähe, Menschenrechte, Verhältnismässigkeitsgebot, Übermassverbot, weniger Staat, Hilfe zur Selbsthilfe, Selbstbestimmung, Mitbestimmung, Privatisierung, Deregu­ lierung usw. 2. Zum Begriff Subsidiarität ist ein Legitimations-, Kompetenzvermutungs- und Ent­ scheidungsprinzip. Es umfasst zwei Wesensmerkmale: 443
        

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