Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
19
Erscheinungsjahr:
1994
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000062648/390/
Hans Christoph Binswanger/Claus Wepler Diese Überlegungen lassen sich mit Hilfe der Abb. 1 verdeutlichen. In ihr werden in Form von Grenzkostenkurven die aus der Umweltbela­ stung, etwa einer bestimmten Emissionsart, resultierenden Folgekosten (Umweltbelastungskosten) und die Kosten, die für die Beseitigung der Belastung aufgebracht werden müssen (Umweltreinigungskosten), ge­ genübergestellt. Aus dieser Gegenüberstellung ergibt sich das Bela­ stungsniveau, bei welchem die Summe aus Umweltreinigungskosten und Umweltbelastungskosten minimal ist. Geht man von einer bestehenden Umweltbelastung, bspw. Emissionen in Höhe von EB, aus und reduziert nun die Belastung, verringern sich einerseits die Emissionsfolgekosten. Andererseits wächst der Aufwand für die Umweltreinigung mit jeder zusätzlich reduzierten Emissionseinheit. Generell gilt: Bis zum Punkt Eop, sind die Grenzkosten der Umweltrei­ nigung tiefer als die Grenzkosten der Folgen der Umweltbelastung. Es ist also für alle Belastungsniveaus oberhalb von Eopt billiger, eine Belastungs­ einheit zu reduzieren, als die damit verbundenen zusätzlichen Kosten der Umweltbelastung zu tragen. Umgekehrt sind für Niveaus unterhalb Eopl die Kosten der Reinigung hoher als die Folgekosten. Es ist jetzt günsti­ ger, Umweltbelastung zu dulden und die damit verbundenen, noch nicht übermässigen Schäden in Kauf zu nehmen, als die Aufwendungen für die Reinigung zu tragen. Im Schnittpunkt der beiden Kurven, dem Punkt Eopt, sind Reinigungskosten und Folgekosten pro Einheit identisch. Daher sind hier die volkswirtschaftlichen Gesamtkosten, d.h. die Summe der Auf­ wendungen für die Reinigung der Umweltbelastung (Fläche M) und für die Folgeschäden (Fläche T) minimal. In diesem Sinne stellt Eopt den Punkt der "optimalen" Umweltbelastung dar. Die Reduktion der Umweltbela­ stung von 
Eb auf 
EOPT kann erreicht werden, indem, der Verursacher der Belastung verpflichtet wird, für die Umweltbelastungskosten zu bezah­ len, oder indem verbindliche Belastungsgrenzwerte erlassen werden. Wie gross die Vorteile der Umweltentlastung sind, hängt von der, sehr unterschiedlichen, "carrying capacity" (CC) der Gebiete ab, in denen die Belastungen auftreten. Die Abb. 2 (auf der folgenden Seite) zeigt diese Tatsache in einem steileren (geringe CC) oder flacheren (grössere CC) Verlauf der Kurve der Umweltbelastungskosten. Je nachdem liegt das optimale Belastungsniveau weiter rechts oder weiter links (EÖpt < EoP,).10 10 Eine analoge Verschiebung der Umweltbelastungskurve ergibt sich, wenn die Präferen­ zen für eine intakte Umwelt bei den Bürgern verschiedener Regionen variieren. 420
        

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