Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
19
Erscheinungsjahr:
1994
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000062648/173/
"Subsidiarität0 im gesellschaftlichen Wandel formationen unterer Stellen (Sozialarbeiter, kommunale Fürsorgestel­ len u.a.) abhängig sind, ganz besonders in jenen Bereichen, in denen sich die Problem- und Bedürfnislagen sehr rasch verändern. Sie stellen fest, dass beispielsweise die jüngsten Entwicklungen in der Drogenszene überhaupt nur den kommunalen Stellen - die direkte Be­ rührung damit haben - bekannt sind, so dass man die Gemeinden mit den notwendigen Kompetenzen und materiellen Mitteln ausstatten muss, damit diese auf eigene Initiative tätig werden können. Ebenso wird ihnen deutlich, dass die sozialen Problemlagen aufgrund der zu­ nehmenden Individualisierung der Bedürfnisse, Biographieverläufe und Lebenssituationen immer verschiedenartiger und unvergleichba­ rer werden, so dass nur sehr dezentralisierte Fürsorgestellen in der Lage sind, "vor Ort" über die zu treffenden Massnahmen zu entscheiden.29 Das gemeinsame Merkmal dieser drei Fälle liegt darin, dass das Gesamt­ system in der weiteren Ausdehnung der Aktivitäten in rasch zunehmen­ dem Masse a) von Informationen über die Umwelt abhängig wird, die nur von peri­ pheren Subsystemen, die direkt "mit der Realität in Fühlung sind", zur Verfügung gestellt werden können, und b) auf Aktionskapazitäten angewiesen ist, die nur innerhalb kleinforma­ tiger Subsysteme realisiert werden können, weil es darauf ankommt, partikuläre lokale Problemlagen differenziert wahrzunehmen und auf unerwartete neue Ereignisse und Entwicklungen flexibel und speditiv zu reagieren. Typischerweise stellt man sowohl im privatwirtschaftlichen wie im öf­ fentlichen Sektor fest, dass Organisationen in ihren ersten Wachstums­ phasen sich häufig auf relativ einfache, zeitlich stabile Problemstellungen mit im voraus bekanntem Lösungsweg beschränken, weil derartige Auf­ gaben mit relativ standardisierten Verfahren und hochzentralisierter Kontrolle bewältigt werden können. Spätere Expansionsschritte hängen dann aber oft davon ab, dass die Organisation fähig ist, auch in komplexere, unbekanntere und unstabi­ lere Problembereiche einzudringen, die eine weitgehende Auflösung for­ maler Strukturen und zentralisierter Steuerungen erzwingen. » Vgl. Geser 1991. 187
        

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