Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
19
Erscheinungsjahr:
1994
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000062648/164/
Hans Geser Im folgenden sollen drei Gründe dafür erläutert werden, warum sich diese Verlagerung des funktionalen Schwerpunkts auf die Ebene kleine­ rer Subsysteme in sehr zahlreichen Feldern der Gesellschaft gleichläufig vollzieht: 4.1. Überlegene Kapazitäten zur Kohärenz und Kooperation Eine erste, äusserst universell wirksame Ursache für den Prozess "relati­ ver Dezentralisierung" besteht darin, dass auf der Ebene kleinformatiger Subeinheiten am ehesten jene Bedingungen dichter Interaktion, Koordi­ nation und Sozialkontrolle bestehen, wie sie für den Aufbau leistungsfä­ higer (und gleichzeitig flexibler) Organisationsstrukturen notwendig sind. Dies gilt besonders dann, wenn aufgrund der Komplexität und Varia­ bilität der anfallenden Aufgaben intensive Koordinationsprozesse nötig sind, oder wenn infolge der hohen Qualifikation der Mitglieder viele In­ formationen anfallen, und intensive Kommunikationsabläufe bewältigt werden müssen. Deshalb zeigt sich praktisch überall: Je mehr 
aOrganisation" gebildet wird und je leistungsfähiger sie ausgestaltet wird, desto eher wird ein sehr grosser Teil davon auf niedrige Ebenen verlagert. So stellt man in der Schweiz beispielsweise fest, dass der Ausbau des Wohlfahrtsstaates und anderer öffentlicher Institutionen nach dem Zweiten Weltkrieg dazu geführt hat, dass die öffentlich Beschäftigten auf Kantons- und Gemeindeebene stärker als auf Bundesebene zugenom­ men haben" - eine Regularität, die auch für viele andere Länder gilt.12 Entgegen landläufiger Vorurteile trifft sie auch für die skandinavischen Staaten wie z.B. Schweden zu, wo die Wohlfahrtseinrichtungen überwie­ gend (und zunehmend) von den Gemeinden getragen werden.13 Analog dazu besteht heute in der Privatwirtschaft eine weitverbreitete Tendenz, die - in der Vergangenheit zum Teil unkontrolliert angewach­ senen - Konzernzentralen "abzuspecken" und möglichst viele organisa­ torische Funktionen in die einzelnen, relativ kleingehaltenen, "profit centers" zu verlagern.14 •• Schindler. '1 Goldsmith/Newton. 13 Elander/Stig. 14 Peters, passim. 178
        

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