Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
19
Erscheinungsjahr:
1994
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000062648/151/
1. Einleitung Aufgrund seiner disziplinaren Sichtweise ist der Soziologe - ähnlich wie der Ethnologe - aus zwei Gründen dazu disponiert, sich dem Problem der "Subsidiarität" in einer sehr umfassenden, mehrschichtigen Weise anzunähern: 1) Anstatt die häufig praktizierte Verengung der Diskussion auf Politik und Staat mitzumachen, stellt er sofort die Frage, ob der Subsidiari- tätsbegriff vielleicht eine "allgemeine Form der Vergesellschaftung" (Georg Simmel) bezeichnet, die sich - sei es als intendierter oder fak­ tisch realisierter Strukturzustand - auch in Wirtschaftsbetrieben, Ar­ meen, Kirchen, Schulen, Wohlfahrtseinrichtungen und beliebigen an­ deren Institutionen findet. 2) Anstatt im Kontext moralphilosophischer Überlegungen oder juristi­ scher Reflexionen ex ante einen normativen Desideratbegriff der Sub­ sidiarität zu fixieren, öffnet er sich in kognitiver Orientierung der empirischen Vielfalt verschiedener Begriffsdefinitionen, wie sie im Ailtagsverständnis und politischen Handeln ebenso wie in den "ge­ pflegten Semantiken" unterschiedlicher Nachbardisziplinen Verwen­ dung finden. Bei seinem Streben nach einer diese konkreten Ausformungen und Se­ mantiken übergreifenden, generalisierteren Konzeptualisierung wird er zwangsläufig auf die Abstraktionshöhe allgemeiner systemtheoretischer Überlegungen geführt, die geeignet sind, das auf der Mesoebene (forma­ ler Organisation) angesiedelte Phänomen der Subsidiarität mit makroso­ ziologischen (= gesamtgesellschaftlichen) Strukturbildungen und Ent­ wicklungen zu vermitteln. Im folgenden soll auf drei komplementäre Weisen versucht werden, die Subsidiaritätsproblematik, wie sie sich in aktuellen hochentwickelten Gesellschaften stellt, aus soziologischer Perspektive zu beleuchten: 165
        

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