Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
19
Erscheinungsjahr:
1994
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000062648/10/
Zusammenfassung der Beiträge Ausgehend von der Enzyklika "Quadragesimo anno" (1931), Althusius und Aristoteles entwickelt Orfried Höffe in seinem Beitrag einen positi­ ven und einen negativen Subsidiaritätsbegriff. Der positive Begriff ver­ pflichte zum Subsidium zunächst einmal die Gemeinschaften gegenüber den Einzelmenschen und erst dann innerhalb der Gemeinschaften die grösseren und übergeordneten gegenüber den kleineren und untergeord­ neten. Der negative Begriff verbiete den oberen Einheiten, Kompetenzen zu übernehmen, die schon die unteren Einheiten wahrzunehmen ver­ möchten. Die durch die beiden Prinzipien entstehende Spannung löst Höffe mit der Metaregel des Vorrangs des positiven vor dem negativen Subsidiaritätsprinzip. Das so entwickelte Subsidiaritätsprinzip überträgt Höffe nach einer Diskussion staatstheoretischer Aspekte auf die Europa­ debatte und schliesst mit einem Aufruf zur Schaffung einer politischen Öffentlichkeit. Rocco Buttiglione versteht in seinem Beitrag Subsidiarität insofern als Modalität der Solidarität, als sie sich auf das lateinische "subsidium", "Hilfe" zurückführen lasse. In diesem Sinne sei Subsidiarität ein Korrek­ tiv zum Austauschprinzip der Marktherrschaft. Subsidiarität heisse für ihn, dass sich keine Autorität oder Gemeinde einer höheren Ordnung in An­ gelegenheiten einmische, die dem Leben einer Gemeinde niedriger Ord­ nung angehöre und die von ihr verwaltet werden könne. Aus diesem Prin­ zip leitet er praktische Konsequenzen für den Sozialstaat ab. Es sei abseh­ bar, dass dieser aufgrund steigender Staatsausgaben in der bisherigen Form nicht mehr aufrechterhalten werden könne. Eine Rückbesinnung auf tra­ ditionelle soziale Bindungen sei deshalb notwendig. Familien und andere interessierte Gruppen sollten unter Anwendung des Subsidiaritätsprinzips wieder verstärkt Aufgaben des bisherigen Sozialstaates übernehmen. Herfried Münkler verbindet in seinem Artikel Subsidiarität mit Bür­ gertugend und Zivilgesellschaft. Subsidiarität ohne Bürgertugend sei 11
        

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