Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
18
Erscheinungsjahr:
1994
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000060765/81/
Ausblick gigkeiten hat treffen können, während Staaten von bereits "durchschnittlicher Grösse" zur Bewältigung dieser restlichen "issues" in der Regel "als Gesamtverband klar überdimensio­ niert sind" und vor ziemlich ungewohnten Adaptionsproblemen stehen.173 Der resistente und erfolgreiche Kleinstaat kann nach meiner Auffassung als der Prototyp einer lernfähig-offenen und zugleich in den Hauptsektoren geschlossenen Gesellschaft be­ trachtet werden, der weder über- noch untersteuert ist und auf einem mittleren Kurs nicht speditiv, aber weitgehend krisenverschont vorankommt (auch deswegen, weil er des öfteren "übersehen" wird). Es ist bei weitem noch nicht ersichtlich, warum das "muddling through" plötzlich zur Gänze zukunftsuntauglich sein sollte, wenngleich vieles dafür spricht, dass die tradierten Verhaltensweisen anachronistisch zu werden drohen. Wie vieles in den Bezie- hungsgefügen und Handlungskonnektivitäten im Kleinstaat sind auch die Fragen der Zu­ kunft ambivalent zu beurteilen. Die epochalen Entwicklungslinien deuten indes darauf hin, dass man die eigene und unverwechselbare politische Entscheidungsrationalität mit der Uberbetonung von Konkordanzelementen wohl nicht auf Dauer wird konservieren können, vom monarchischen Prinzip hier einmal abgesehen. Aber in Liechtenstein ist auch so einiges in Bewegung geraten, wie wir im einzelnen noch zeigen werden. Darüber hinaus gilt generell für alle hochentwickelten Industriegesellschaften und für Liechtenstein ganz besonders, was in der Jubiläumsschrift "100 Jahre Kindergarten in Balzers" so formuliert wurde: "Keine Zukunft kann in die Gegenwart hereingenommen wer­ den. Welche Mutter, welcher Vater hätte vor 100 Jahren denken können, dass ihre Enkel und Urenkel mit Computern spielen und nie in ihrem Leben eine Kuh oder Geiss hüten werden?" -Tempora mutantur. Bruha 1990, S. 183 f. 79
        

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