Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
18
Erscheinungsjahr:
1994
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000060765/365/
Gemeindevertreterwahlen 1991 absoluten Mehr gefehlt hatten. Über 20 % der Vaduzerinnen und Vaduzer blieben der Wahl fern, beim zweiten Wahlgang der Bürgermeisterwahl gingen nur noch 66,7 % zur Urne, so dass hier die absolut niedrigste Stimmbeteiligung eintrat. In Schaan zog nach dem ersten Wahlgang der Kandidat der Freien Liste seine Bewerbung zurück, so dass auch hier die Kan­ didaten der beiden grossen Parteien verblieben. In Schaan setzte sich ebenfalls der FBP-Kan- didat durch. Keine der kleineren Gruppierungen hatte im übrigen nach dem Rückzug ihrer Kandidaten eine Wahlempfehlung für einen der verbliebenen Kandidaten abgegeben. Des weiteren kan­ didierten in Liechtenstein von den 24 Kandidaten zum Vorsteheramt erstmals auch Personen, die nicht Bürger ihrer Wohnsitzgemeinde sind, was im Falle ihrer Wahl als unter Umständen problematisch einzuschätzen ist. Hinsichtlich der Vorsteherwahl (im Majorz) wurden die bisherigen Amtsinhaber in Vaduz, Balzers, Triesen, Triesenberg, Planken, Ruggell und Schellenberg bestätigt. In Gamprin setzte sich erstmals eine Frau durch: Maria Marxer (FBP), die zuvor Vizevorstehe­ rin war. Gamprin war auch schon die erste Gemeinde, die das Frauenstimmrecht auf Gemeindebene einführte. Der Gampriner Amtsvorgänger Lorenz Hasler (FBP) amtierte 16 Jahre. In Schaan und Mauren kamen neue Vorsteher ins Amt, wie sie gehörten ihre Vor­ gänger ebenfalls der Bürgerpartei an. Der Schaaner Gemeindevorsteher Lorenz Schierscher amtierte zwölf Jahre, Hartwig Kieber war ebenfalls zwölf Jahre lang Gemeindevorsteher von Mauren. Nur in Eschen löste der VU-Landtagsabgeordnete Günther Wohlwend den nicht mehr kandidierenden FBP-Vorsteher Beat Marxer ab. In bezug auf den Gemeinderat (Proporz) stellten die Kleinparteien nur im Oberland Kandidatinnen und Kandidaten auf; die ÜLL in Vaduz und Triesenberg, die Freie Liste in Balzers, Vaduz und Schaan, während in Triesen erstmals gemeinsame Bewerber (Listenver­ bindung FL/ÜLL) antraten. Insgesamt wurden für die 106 Gemeinderatssitze 239 Kandida­ tinnen und Kandidaten nominiert. Einschliesslich der Vorsteher errang die Bürgerpartei 60, die Union 53 Mandate. Die FL erreichte in Balzers und Schaan einen Sitz, die ULL einen Sitz in Vaduz und Triesenberg. Die Freie Liste scheiterte in Vaduz an fehlenden knapp neun Parteistimmen, also an nicht einmal einer ganzen Liste. Die FBP konnte in der Residenz die Mandatsmehrheit (wenn­ gleich knapp) zurückerobern, die Uberparteiliche Liste verlor einen Sitz. Einen Einzug in das Vaduzer Rathaus haben die Anhängerinnen der Freien Liste gleichsam selbst verschenkt, indem sie den anderen Gruppen mehr Sympathiestimmen gaben als vice versa. Überhaupt erwiesen sich die FL-Wählerinnen und -Wähler als am panaschierfreudigsten resp. weniger parteigebunden (nur in Schaan stimmten die FL-Anhänger geschlossener, um einer sog. "Spitzenkandidatin ", Evelyne Bermann, den Einzug zu verschaffen, was indes nicht ganz auf­ ging). In Vaduz konnte die ÜLL (ÜLV) ihr sensationelles Wahlergebnis von 1987 (18,7 %) nicht bestätigen, liess aber die erstmals bei Kommunalwahlen in Vaduz antretende Freie Liste um 1,3 % hinter sich, was bei den Landtagswahlen 1989 noch umgekehrt war. In Balzers verlor die FBP das 6. Mandat zugunsten der FL, die VU erreichte hier mehr als 50 Prozent der Stimmen. Die FBP konnte in Triesen erstmals die Mandatsmehrheit gewinnen. Sie eroberte diesmal den 5. Sitz im Gemeinderat und stellte erneut den Vorsteher, was ihr bei den Gemeindewah­ len zuvor zum ersten Mal gelungen war. Ebenso zog erstmals eine FBP-Frau in den Gemein­ derat ein. Die Listenverbindung FL/ÜLL blieb erfolglos. Es fehlten etwa fünfzehn Listen zum Sitzgewinn; die beiden Kandidatinnen der FL erhielten dabei mehr Stimmen als die Kandidaten der ÜLL. In Triesenberg verlor die FBP einen Sitz an die Überparteiliche Liste. In Schaan verloren FBP und VU etwa gleichmässig an die FL. Das von der Freien Liste gewonnene Mandat ging zu Lasten der VU. In Planken zeigte sich (wie auch in Mauren) erneut die FBP-Dominanz. Die VU hatte es in Liechtensteins kleinster Gemeinde (Planken) noch nie sehr leicht; sie präsentierte 
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