Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
18
Erscheinungsjahr:
1994
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000060765/297/
Dekanat Liechtenstein Durch die Herausgabe eines Grünbuches hat die LGU einen informativen Überblick über Umweltprobleme und Lösungsansätze gegeben. 2-3mal jährlich erscheinen femer die LGU- Mitteilungen als "Liechtensteiner Umwelt-Bericht". Zusammen mit dem Liechtensteinischen Entwicklungsdienst (LED), dem Fastenopfer und dem Verein Welt und Heimat hat die Liech­ tensteinische Gesellschaft für Umweltschutz im Januar 1990 auch eine Petition mit mehr als 700 Unterschriften bei der Regierung deponiert, die u.a. eine Anhebung der liechtensteini­ schen Entwicklungshilfe auf ein Prozent der Staatsausgaben und eine Unterstützung für Pro­ jekte fordert, die sich für gerechtere Wirtschaftsbeziehungen mit Ländern der Dritten Welt einsetzen. Liechtenstein soll dafür Sorge tragen, dass keine Geschäfte (unter Einschluss von Banken- und Treuhandgeschäften) getätigt werden, die direkt oder indirekt zur Zerstörung der Tropenwälder führen. Auch sei der Energieverbrauch im Lande zu drosseln und müsse insgesamt das liechtensteinische Konsumverhalten kritisch reflektiert werden. In nächster Zeit will sich die LGU verstärkt der Verkehrsproblematik in Liechtenstein widmen. Gerade im Kleinstaat kommt einem integralen Umweltschutz existentielle Bedeutung zu. Es wäre daher zu wünschen, dass die Rundumakzeptanz der Vernehmlassungsdemokratie in diesem Bereich mutig überwunden oder produktiv genutzt wird, vielleicht könnte auch ein Umweltamt für einen zusätzlichen Schub sorgen. Die LGU, die unter einer etwas angespann­ ten Finanzlage des Vereins leidet, beklagt jedenfalls immer wieder, dass man von einer all­ gemeinen Tendenzwende hinsichtlich des Umweltschutzes noch immer weit entfernt sei. Die LGU ist an Vernehmlassungsverfahren der Regierung beteiligt (z.B. zum Lärm­ schutzgesetz, das in der Volksabstimmung verworfen wurde, zum landwirtschaftlichen Leitbild, zum Nachdiplomstudium zum Umweltingenieur an der LIS - Liechtensteinische Ingenieurschule, die inzwischen zu einer Fachhochschule ausgebaut wurde zum Fischerei­ gesetz und zum Gesetz über die Baulandumlegung) und wendet sich in Sachfragen direkt an Amtsstellen, über die CIPRA ist des weiteren die Verbindung zur Umweltbewegung im Alpenraum hergestellt, darüber hinaus über das Naturopa-Zentrum in alle Teile Europas. Der Geschäftsführer der LGU hat Einsitz in der Naturschutz-Kommission der Regierung, und es bestehen zahlreiche Direktkontakte zu Landesämtern (Amt für Gewässerschutz, Landesforstamt, Landwirtschaftsamt, Hochbauamt/Landesplanung, Tiefbauamt etc.). Die Zusammenarbeit mit den Umweltschutz-Kommissionen des Landes und den Schulen funktioniert gut, wie überhaupt festgestellt werden kann, dass die Liechtensteinische Gesell­ schaft für Umweltschutz die meisten Kontakte und Vernetzungen mit anderen Gruppen und Vereinen aufweist. Dekanat Liechtenstein Wir kommen schliesslich noch auf die Kirche zu sprechen, wobei nach der Verfassung allein die katholische Kirche im öffentlich-rechtlichen Sinne anerkannt ist. Nach Art. 37 der Verfassung ist jedermann (also nicht nur dem Landesangehörigen) die Glaubens- und Gewissensfreiheit garantiert. Gemäss Abs. 2 dieses Verfassungsartikels ist die 
römisch-katholische Kirche "die Landeskirche und geniesst als solche den vollen Schutz des Staates; anderen Konfessionen ist die Betätigung ihres Bekenntnisses und die Abhaltung ihres Gottesdienstes innerhalb der Schranken der Sittlichkeit und der öffendichen Ordnung gewährleistet." Während sich die Ver­ fassung von 1862 über ihr Verhältnis zur (römisch-katholischen) Kirche ausgeschwiegen hatte, wird in der Verfassung von 1921 die Staatskirchenhoheit und werden überkommene Staats- bezogenheiten der Kirche abgebaut. Daneben werden in An. 38 der Verfassung die Eigentums­ und alle anderen Vermögensrechte der Religionsgruppen und die Verwaltung des Kirchengutes ausdrücklich gewährleistet. Nach dem liechtensteinischen Personen- und Gesellschaftsrecht (Art. 106, 244, 534, 553, 557 und 567) müssen die kirchlichen Stiftungen nicht in das Öffent­ lichkeitsregister eingetragen werden, es gelten aber auch für sie die Vorschriften über die Deliktsfähigkeit der Verbandspersonen auf dem Gebiete ihrer privatrechtlichen Betätigung. Die kirchlichen Anstalten unterstehen dem öffentlichen Recht und ergänzend dem Kirchenrecht. 296
        

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