Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
18
Erscheinungsjahr:
1994
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000060765/293/
Vereinigung Bäuerlicher Organisationen bestehenden markanten Unterschiede zur EG in den Produzentenpreisen sind nur mit der schweizerischen Landwirtschaftspolitik aufrechtzuerhalten. Die laufenden GATT-Verhand­ lungen (sog. Uruguay-Runde), bei welchen die künftigen Rahmenstrukturen des weltwirt­ schaftlichen Agrarhandels festgelegt werden sollen, die aufgrund des Zollanschlussvertrages von der Schweiz auch für Liechtenstein geführt werden, verstärken noch den externen Druck, so dass eine gewisse Preisgabe des schweizerisch-liechtensteinischen Protektionismus wohl unausweichlich sein wird." Der Familienbetrieb als ureigenste Produktionseinheit der liechtensteinischen Landwirt­ schaft steht vor einer unsicheren Zukunft und hat wohl nur dann eine Chance, wenn er Qualitätsprodukte aus integrierter Produktion anbietet. Die Landwirtschaft kommt nirgendwo in Europa (und auch nicht in den USA) ohne Subventionen aus. In Liechtenstein hat die Landwirtschaft überdies starke Veränderungen erfahren, insofern die Abwanderungs­ raten der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft besonders hoch waren, zum anderen in Form von Maschinen, Gebäuden, neuen Pflanzen- und Tierarten sehr viel Realkapitai in die übrig­ gebliebenen Familienbetriebe geflossen ist. Auch die effizienter werdende Landwirtschaft ist demnach ein äusserst kapitalintensiver Sektor geworden. Wegen der flächengebundenen Pro­ duktion und ökonomischen Zunahme der Grenzkosten ist eine innerbetriebliche Mechani­ sierung nicht zu vermeiden, die eine vermehrte Nachfrage nach Boden und eine Erhöhung der Pachtzinsen mit sich bringt. Die Landwirte müssten für neue, z.T. produktionsabhängige Aufgaben der Landwirtschaft sensibilisiert werden, und auch der biologische Fortschritt sollte in den Betrieben vermehrt greifen. Umweltleistungen müssten aber ebenso von der öffentlichen Hand, von den Konsumenten und von den direkten Nutzniessern im Fremden­ verkehr honoriert und abgegolten werden.33 Die Bewahrungs- und Erhaltungsfunktion der Landwirtschaft muss durch eine Pacht­ gesetzgebung unterstützt werden, ebenso sind Umstellungsprämien auf biologischen Land­ bau zu gewähren. Insofern der Gedanke der Landschaftspflege zweifelsohne stärker zu akzentuieren ist, wird eine differenzierte Nutzungsüberlagerung in der Landwirtschaftszone entstehen, da im selben Raum Produktions-, Erholungs-, Naturschutz- und Landschafts­ gestaltungsfunktionen zu erfüllen sind. Es ist daher eine Mischung von intensiv und extensiv geführten Betrieben vonnöten. Vereinigung Bäuerlicher Organisationen (VBO) Die liechtensteinische Landwirtschaft steht vor neuen Zukunftsaufgaben. Um dieser Pro­ blemstellung gerecht zu werden, wurde Ende Januar 1991 ein landwirtschaftlicher Dachver­ band gegründet. Die Vereinigung Bäuerlicher Organisationen will die Interessen der Land­ wirtschaft nebst nahestehenden Bereichen vertreten und wahren, Informations- und Öffent­ lichkeitsarbeit leisten sowie Stellungnahmen zu Sachfragen gegenüber den Behörden und anderen Dritten erarbeiten. Die Vereinigung Bäuerlicher Organisationen bezieht zu sämtlichen Gesetzesvorlagen Stellung, welche die Landwirtschaft tangieren. Gegen die geplanten Rheinkraftwerke hat die Vereinigung eine Einsprache abgegeben* und Nachuntersuchungen zu verschiedenen Pro­ blembereichen gefordert. Insbesondere werde in den Fachgutachten zum Umweltverträg­ lichkeitsbericht nicht auf den Bedarf an landwirtschaftlichem Kulturland eingegangen, was für die Bewertung als Defizit aufscheint, zumal auf einer Fläche von ca. 600 m entlang des Rheins liechtensteinerseits etwa die Hälfte des ackerbaufähigen Bodens liege. Die VBO unternimmt des weiteren Anstrengungen, die Rahmenbedingungen für die Bauern zu verbessern. Sie hat insofern den Zugang zum schweizerischen Schlachtviehabsatzmarkt 12 Brunhart 1990, S. 5. 53 Siehe Falz-Fein 1990. w Siehe VBO-Nachrichien Nr. 5/1992. 292
        

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