Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
18
Erscheinungsjahr:
1994
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000060765/263/
Vaterländische Union Senioren-Union. Ferner wurde eine breitangelegte innerparteiliche Meinungsumfrage unter dem Motto "Wie ist die VU in Form?" durchgeführt, um vermehrt "Hochform-Tendenz" zu erreichen. In den Worten von Reinhard Walser (VU-Fraktionssprecher): "Keine Partei, kein Verein, kein Mensch, auch kein Sportler kann sich immer nur in Hochform präsentieren. Sondern sein Weg wird durch ein Wellental führen. Jeder Sportler wird, um in Form zu bleiben oder wieder in Form zu kommen, von Zeit zu Zeit in sich gehen, seinen Trainingsaufbau, seine Lebensweise überdenken und neu ausrichten müssen."" Die selbstgestellte Anforderung: "VU - die Partei der Zukunft" bringe, so Oswald Kranz, einen grossen Forderungskatalog mit sich, "dem es zu genügen gilt, will man auch weiterhin erfolgreich und in der Mehrheitsverantwortung liechtensteinische Politik aktiv gestalten. Unter diese Anforderungen fallen ... volksnahe Mandatare, bürgernahe Politik, Basisnähe, Offenheit und Gesprächsbereitschaft. Dies sind Eigenschaften, welche die VU in der Ver­ gangenheit stark gemacht haben und die es auch in der Zukunft zu beachten gilt."54 Die Vaterländische Union setzte bei den Landtagswahlen 1993 erneut auf den seit 1978 amtierenden Regierungschef Hans Brunhan. Er werde als einziger Regierungsrat sowohl der alten wie der neuen Regierung (für den Fall einer VU-Mehrheit) angehören und als interna­ tional angesehener Staatsmann ("erfahrener Steuermann" der "den Kurs hält") nach aussen wie innen für Kontinuität und Stabilität sorgen: "Wer den bewährten Hans Brunhart als Regierungschef will, muss die bewährte Vaterländische Union wählen"; denn: "Je ungewisser die Zeit, desto wichtiger ist, dass die Regierung schon hat zeigen können, was sie kann" und ebenso "die neue Regierung einen bewährten Chef hat". Er sei der "ruhende Pol" und bleibe ein "Mann des Volkes", mit dem "die Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner reden kön­ nen". Der VU-Wahlkampf war ferner betont auf die Zukunft ("Damit unsere Zukunft Zukunft hat") ausgerichtet: "Die Aufgabe heisst Zukunft. Da gibt es nur eine Devise: Gemeinsam das Liechtenstein von morgen schaffen: Mit Hans Brunhart als Regierungschef und mit einer starken VU-Landtags- und Regierungsmannschaft." Das Liechtenstein von morgen werde vor allem die Union schaffen: "engagiert, kreativ und verantwortungsvoll". Um ihren Einsatzwillen und ihre Tatkraft zu demonstrieren, wurden der Regierungschef und die Kandidaten im "Liechtensteiner Vaterland" jeweils mit einem hochgekrämpelten Ärmel und zupackender Gestik vorgestellt. Das Wahlprogramm 1993 der VU galt einer starken Wirtschaft, ihrer Diversifikation und Innovation, dem Umweltschutz, der sich nach dem Verursacherprinzip und marktwirt­ schaftlichen Mechanismen unter Einschluss futuristischer Möglichkeiten (z.B. Einschienen­ bahn als regionale Verkehrslösung) auszurichten habe, und dem toleranten Zusammenleben: "Liechtenstein soll eine grosse Familie sein. Eine Familie, in der man aufeinander hört, von­ einander lernt und einander hilft." Ferner gelte es, das "Bewusstsein der sozialen Verantwor­ tung" zu stärken "für eine liechtensteinische Gemeinschaft, welche die durch die Kleinheit unseres Landes gegebenen Vorteile zum Wohle seiner Bewohner nutzt." Im Bereich der Bildungspolitik seien weitere Anstrengungen zu unternehmen; denn: "Für unser kleines Land ohne Bodenschätze ist der Mensch das einzige Zukunfts-Kapital. Dadurch wird für uns alle lebenslanges Lernen und sich Weiterentwickeln eine kulturelle und gesellschaftliche Herausforderung ersten Ranges. Wir werden dies mit absoluter Priorität fördern. Wir wollen Liechtenstein noch stärker zu einem 'Lernplatz' machen, damit unser Land auch morgen sowohl 'Denkplatz' wie auch 'Werkplatz' sein wird.... Das regionale Bildungsangebot ist zu koordinieren, das internationale für Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner offenzu­ halten." Politisch-programmatisch stilisierte sich die VU ferner als Europa/EWR-Partei, zumal Aussen- und Innenpolitik sich wechselseitig bedingten. Darüber hinaus sei die VU die einzige berechenbare politische Kraft und ihre Leistungsbilanz könne sich sehen lassen. Auf 53 Ebd., S. 4. * Ebd. 262
        

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