Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
18
Erscheinungsjahr:
1994
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000060765/261/
Vaterländische Union tenen Parteien in beiden Wahlkreisen volle Listen stellen (so unterbreite die Freie Liste in ihrem Wahlvorschlag im Oberland 11, im Unterland zwei Bewerber, die Uberparteiliche Liste im Oberland 6 Kandidaten und im Unterland gar nur eine Kandidatin). Die Union offeriere den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern hingegen "eine ausgewogene Liste mit erfahrenen Abgeordneten und neuen Kräften.... Auffallend ist, dass für die Vaterländische Union im Oberland vier Frauen und im Unterland zwei Frauen kandidieren. Dies unterscheidet die VU-Liste deutlich von jener der Bürgerpartei, welche im ganzen Land lediglich drei Frauen aufgestellt hat.... Für die Freie Liste kandidie­ ren vier Frauen, für die Überparteiliche Liste nur eine Frau. Es kann somit festgestellt wer­ den, dass die Vaterländische Union den Frauen am meisten Chancen zur Mitarbeit im künf­ tigen Landtag einräumt. Auch im programmatischen Bereich unterscheiden sich die vier Wählergruppen recht deutlich— Das Parteiprogramm der Vaterländischen Union ist jenes Programm, welches in bezug auf die Gestaltung der liechtensteinischen Zukunft die konkretesten Vorschläge ent­ hält. Als Beispiele seien in diesem Zusammenhang die Gründung einer Genossenschaft zur Abgabe von günstigen Wohnmöglichkeiten an liechtensteinische Familien genannt.... Im Gegensatz dazu steht das Programm der Fortschrittlichen Bürgerpartei. Die FBP hat sich in diesem Wahlkampf auf zwei Fragen konzentriert, nämlich die Finanzpolitik sowie die sog. Staatsgerichtshof-Affäre. ... Im Gegensatz zur VU, welche die Zusammenarbeit sucht, stellte sich die FBP in den letzten Tagen als eine politische Kraft dar, welche vor allem auf Konfrontation ausgerichtet ist.... Die politischen Ziele der Freien Liste sind im Vergleich zu jenen der Fortschrittlichen Bürgerpartei konkreter. Viele der aufgezeigten Zielsetzungen sind in dieser oder jener Form auch im Parteiprogramm der Vaterländischen Union enthalten. Es fällt auf, dass die Freie Liste in ihren Argumenten moderater geworden ist. Das Programm enthält aber auch ein­ zelne Punkte, die in Liechtenstein abzulehnen sind, so in bezug auf den Schwangerschaftsab­ bruch, die Vorschläge in bezug auf das Bürgerrecht, die Einführung einer Quellensteuer etc. Ohne Programm zieht die Uberparteiliche Liste Liechtenstein in den Wahlkampf mit dem lapidaren Satz: Wir versprechen nichts und das halten wir. Dazu bedarf es keines weiteren Kommentars. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Vaterländische Union auch an den kommenden Landtagswahlen das Vertrauen verdient. Ein Vertrauensbeweis für die VU ist Garant für politische Stabilität und Kontinuität, für eine Politik des Miteinander statt der Konfrontation."4'' Regierungschef Brunhart setzte in einer programmatischen Rede kurz vor den Wahlen 1989 diese Argumentationslinie fort, indem er ausführte: "Die Vaterländische Union stellt sich als Partei des Erfolges und der Kontinuität den liechtensteinischen Wählerinnen und Wählern. Wir sind eine Alternative zur Politik der FBP, die niederreisst, statt aufbaut, die schlecht macht, statt zusammenarbeitet, die verdächtigt, statt Probleme löst. ... Wir sind für klare politische Auseinandersetzungen. Wir sind aber gegen die Konfrontation als politisches Prinzip. Wir versprechen uns nichts davon in unse­ rem kleinen Land, welches besonders sensibel reagiert auf politische Instabilität. Die Kandidatur einer dritten und vierten Wählergruppe, zusammen mit den politischen Zielsetzungen der Bürgerpartei, die Mehrheit der Vaterländischen Union zu brechen, kann deshalb, und dies muss mit aller Deutlichkeit festgehalten werden, zu einem Ende des poli­ tischen Systems, welches seit 1938 besteht, führen. Eine Patt-Situation an Mandaten zwischen den beiden grossen Parteien und der Einzug eines Vertreters einer dritten oder vier­ ten Gruppe wird das Ende unserer Koalition, die unserem Land breite politische Zusam­ menarbeit und eine Einbeziehung möglichst vieler Kreise in die aktive Politik gebracht hat, bedeuten. '9 Liechtensteiner Vaterland vom 25. Februar 1989, S. 1 f. 260
        

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