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tenvereins, den Geist der Ungebundenheit der denselben je länger je 
mehr beseelt». Die deutschen Fürsten allerdings würden ohne Zweifel 
«diejenigen Massregeln ergreifen, welche sie zur Erhaltung gesetzlicher 
Ordnung, in ihrer Weisheit am zweckmässigsten» erachten würden. Von 
einer weiteren Überwachung Kaisers sah die Berner Polizei ab, weil keine 
hinlänglichen Indizien für seine Teilnahme an politischen Vereinigungen 
und Umtrieben entdeckt wurden. Jahrzehnte später wurde im ersten 
Nachruf auf Peter Kaiser jedoch mitgeteilt, dass er vor der Untersuchung 
gewarnt worden sei.'** Ein junger Student in Freiburg, «jetzt ein sehr 
geachteter höherer Beamter im Aargau», sei in einem zweitägigen Marsch 
nach Hofwil geeilt, um Kaiser zu informieren. Dieser habe umgehend 
seine Papiere überprüft und Verfängliches beseitigt. 
Wenden wir uns der táglichen Arbeit Peter Kaisers in Hofwil zu. Er prápa- 
rierte seine Stunden als Lehrer gründlich! und hielt seine Geschichts- 
stunden in Form von Vorträgen, die er mit einer Rekapitulation des letzten 
Vortrages einleitete und in denen er den neuen Stoff frei referierte. Dazu 
liess er die Schüler von Zeit zu Zeit repetieren und schriftliche Ausarbei- 
tungen machen.!^ 
Aus einem Unterrichtsbericht Kaisers! ? erfahren wir detaillierte Angaben 
über seine Lehrmethode. Gleichzeitig wird deutlich, was Kaiser meint, 
wenn er «die Erziehung auf den National-Sinn (..) einwirken» lassen 
will.|? Neben dem Unterricht in Grammatik galt sein Augenmerk der 
Sprachförderung durch «Vorführung und Erklärung von Muster-Beispie- 
len» aus Poesie und Prosa sowie durch die Ausarbeitung von Schülerauf- 
sätzen. Stoffe waren etwa ein Gedicht des erst 1811 verstorbenen politi- 
schen Dichters Heinrich von Kleist, weiter Texte aus den «Geschichten 
Schweizerischer Eidgenossenschaft» von Johannes von Müller, darunter 
Unterricht 
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