Freiburg 
im Breisgau 
trefflichem Gemüthe, von schwärmerischem Wesen und doch dabei sehr 
geordnetem Verstande, auch dem Humor nicht unzugänglich» beschrie- 
ben,® war jahrelang «mit einem Frauenzimmer von vielen Vorzügen und 
feiner Bildung» bekannt, die sich jedoch schliesslich für einen mährischen 
Hofrat entschied und dem noch stellenlosen Studenten den Rücken 
kehrte. Glauben wir Ernst Münch, so hatte sich Peter Kaiser bei Fürst 
Johann I. von Liechtenstein, welcher ihn allerdings nur «mit einem allge- 
meinen Trost» aus der Audienz entliess, erfolglos um eine Stelle bemüht, 
worauf er sichtlich verärgert die Türe des Audienzraumes zuknallte und 
Wien, «woselbst sein arbiter vitae damals sich aufgehalten hatte», umge- 
hend verliess. 
Im November 1817 jedenfalls schrieb er sich als Student der Jurisprudenz 
an der Universität Freiburg im Breisgau ein,® wo früher schon der ehema- 
lige liechtensteinische Landschaftsarzt Gebhard Schädler studiert hatte.” 
Im ersten Semester hörte Kaiser die Fächer römisches und deutsches Pri- 
vatrecht, Naturrecht, Geschichte der Deutschen, im folgenden Sommerse- 
mester römisches Recht, Kirchen- und Strafrecht, Wechsel- und Lehen- 
recht sowie römischen «Civil- und Criminalprozess».° Während der drei 
Semester vom Sommer 1818 bis zum Sommer 1819 bekleidete Kaiser laut 
Vorlesungsverzeichnis ausserdem die Stelle eines Lektors im Fach «Eng- 
lisch», was belegt, dass der Autodidakt Kaiser in dieser Sprache doch 
beachtliche Kenntnisse erworben hatte.? In seinem Bewerbungsschrei- 
ben vom 22. Februar 1818 teilt er mit, dass er die Sprache auf der Italien- 
reise von einem Engländer gelernt habe; die Reise muss also doch eine 
geraume Zeit gedauert haben. Die Bewerbung wurde von Karl von Rott- 
eck begutachtet. Trotz Mängeln, urteilte dieser, seien genügend Kennt- 
nisse vorhanden, dass der Bewerber Anfänger unterrichten könne. Über- 
65. MÜNCH:Erinnerungen, S. 253 f. — ALL- 
GAUER: Kaiser, S. 14 f. 
nennt für 1817/18 die Zahl von 325 Studenten, 
wobei es im Sommersemester deutlich weniger 
66. ALLGAUER: Kaiser, S. 19. — Zur juristi- 
schen Fakultät vgl. MAYER: Die Universität 
Freiburg im Breisgau. IN: Alemannia 21 (1892), 
S. 58 ff. u.6. — Zum Studentenleben vgl. 
MÜNCH: Erinnerungen, Bd. 1, S. 296 ff. 
67. ALLGAUER: Kaiser, S. 19. — RHEINBER- 
GER: Liechtensteiner Árzte, S. 29. 
68. ALLGAUER: Kaiser, S. 19. — LLA Akten 
Peter Kaiser: Schreiben des Universitäts- 
Archivs Freiburg i.Br.an die Liechtensteinische 
Landesbibliothek (R. Allgäuer), dat. Freiburg 
i.Br., 30. Juni 1964. 
69. Quellen bei ALLGÄUER: Kaiser, S. 15 f. 
70. Zu dieser Universität vgl. Hermann 
MAYER: Die Universität Freiburg im Breisgau 
in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. IN: 
Alemannia 20 (Bonn 1892), S. 7—61, 138—181; 
21 (1892), S. 17—70, 148—185, 209—276; MAYER 
(273) waren. — WENTZCKE: Freiburger Bur- 
schenschaft, S. 1 ff. — Siehe auch Felici MAIS- 
SEN: Bündner Studenten an der Universität 
Freiburg im Breisgau 1460—1914. IN: Bündner 
Monatsblatt 1983, S. 229—243. 
71. Vgl. MAISSEN (wie Anm. 70). — Alfred 
DISCH: Franz Josef Greith von Rapperswil 
1799—1869. Musiker und Komponist des Rütli- 
liedes in seiner Zeit. Uznach 1982 S. 17 ff. 
72. Zu Rotteck (1775—1840) und Welcker 
(1790—1869) vgl. auch MAYER: Die Universität 
Freiburg im Breisgau. IN: Alemannia 21 (1892), 
S. 58 ff. u.ó. — MÜNCH: Erinnerungen, Bd. 1, 
S. 207 ff. u.ó. — H. EHMKE: K. v. Rotteck, der 
«politische Professor». Karlsruhe 1964. — 
H. KOPF: K. v. Rotteck. Zwischen Revolution 
und Restauration. Freiburg i.Br. 1980. — Zu 
Welcker, der erst 1822 an die Freiburger Uni- 
 
        

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