auch im Zusammenhang mit der Demokratisierung und dem Entstehen 
der liechtensteinischen Parteien, als sich etwa die Liechtensteinische 
Volkspartei in ihrem Kampf für Demokratie und liechtensteinische Selbst- 
verwaltung auf ihn berief. Während des Zweiten Weltkrieges geriet Peter 
Kaiser erneut ins Gesichtsfeld, als die Nationalsozialisten und ihre Gegner 
ihn als Kronzeugen anriefen.”!®* Auch in der Nachkriegszeit taucht der 
Name Peter Kaisers immer wieder auf, sei es im Zusammenhang mit Jubi- 
läen, mit politischen Fragen wie etwa der liechtensteinischen Verfassung 
und den fürstlichen Prärogativen, oder auch im Zusammenhang mit der 
Selbständigkeit des Landes hinsichtlich der Europäischen Integration. 
Peter Kaiser wird immer wieder vereinnahmt, seine Schriften werden als 
Steinbruch für Zitate verwendet oder ausgeplündert. Das Werk, in erster 
Linie aber die Person Kaisers wurde mythisiert. Gründe dafür sind, wie 
Peter Geiger vermutet,” das Fehlen «bekannter positiver Helden» in der 
liechtensteinischen Geschichte, der vorbildhafte Einfluss Kaisers in seiner 
nur wenige Monate dauernden politischen Karriere, die Suche nach Ori- 
entierung in unsicherer Zeit sowie der Umstand, dass Kaiser nicht polari- 
sierend gewirkt hat. Diese Voraussetzungen, seine historiographischen 
und politischen Verdienste um das Volk Liechtensteins haben schliesslich 
auch dazu geführt,?/? dass Peter Kaiser trotz seiner fast lebenslangen Lan- 
desabwesenheit zu einer Integrationsfigur von ausserordentlicher Bedeu- 
tung geworden ist. 
516. Artikelreihe «Das Bekenntnis unserer 
Vorfahren», in: Der Umbruch, Nrn. 4, 5,7, 9 
stein-Institutes, den die Peter Kai- 
ser Stiftung 1988 initiiert hatte. Die 
Referate erschienen im gleichen 
Jahr in einem Band der Reihe 
«Liechtenstein — Politische Schrif- 
ten». 
(1940), betr. Kaiser Nr. 7 vom 16. November 
1940. — Zur Sache GEIGER: Politisches Wirken 
P. Kaisers und Nachwirkungen im 20. Jahrhun- 
dert, S. 38 ff. 
517. GEIGER: Politisches Wirken P. Kaisers 
und Nachwirkungen im 20. Jahrhundert, S. 40 f. 
518. BRUNHART: Kaiser und seine «Ge- 
schichte des Fürstenthums Liechtenstein». 
In: KAISER: Geschichte (Neuedition 1989), 
S.XXIX f. 
Würdigung 
No 
I 
 
        

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