hung des Bündner Bürgerrechts «mit Freude und Dank» an, er fügte bei, 
dass er die Ehre zu schätzen wisse.*? Die Bündner Staatskanzlei stellte 
daraufhin an das fürstlich liechtensteinische Regierungsamt in Vaduz das 
Gesuch um die Entlassung Kaisers aus dem liechtensteinischen Staatsbür- 
gerrecht.#5 
Das Regierungsamt informierte die Wiener Hofkanzlei über das Begeh- 
ren?* und fügte in trockenem Ton bei: «Herr Professor Kaiser ist zwar ein 
geborner Maurer hat sich aber seit seinen Studienjahren fortan im Aus- 
lande vorzugsweise in der Schweiz aufgehalten, und seine Heimath selten 
besucht, wo er ausser einigen Kapitalien weder eine Ansässigkeit noch 
aber Grundstücke besitzt, die längst verkauft worden sind. Gegen sein 
Heimathland hat er ausser den Unterthanspflichten keine besondern; in 
seinem schon wohl vorgerückten Alter ist er unverheirathet, und besitzt in 
Mauren noch einen Bruder als nächsten Verwandten, welcher s. Z. Erbe 
werden dürfte». Es gäbe keinen Grund, die Ausbürgerung zu verweigern. 
Weil Kaiser aber «einerseits nicht zur Klasse des Landmanns gehört, und 
anderseits jeden Falls mehr als 300 f. RW. reines Vermögen» habe, so stehe 
nach Artikel 4 des Auswanderungs-Patents vom 15. Januar 1815 die Ertei- 
lung der «Auswanderungsbewilligung» der Hofkanzlei zu. Kein Wort also 
von Kaisers Bedeutung für Liechtenstein, kein Wort über seinen Einfluss 
während der Volksbewegung von 1848, keine Andeutung seiner Parla- 
mentstätigkeit in der Paulskirche in Frankfurt am Main, keine Erwähnung 
seiner 1847 erschienenen «Geschichte des Fürstenthums Liechtenstein»! 
Die fürstliche Hofkanzlei genehmigte die Entlassung Kaisers aus der 
liechtensteinischen Staatsbürgerschaft am 3. August 1856.*° Am 10. Sep- 
tember 1856 schliesslich unterrichtete das Regierungsamt in Vaduz die 
Graubündner Regierung sowie Peter Kaiser über die Entlassung, verbun- 
Brief Peter Kaisers vom 9. Juli 1856 
an den Kleinen Rat des Kantons 
Graubünden. Kaiser erklärt, dass er 
die «mir schenkungsweise verlie- 
henen Bürgerrechte (des Kantons 
und der Gemeinde Vigens) mit 
Freude und Dank» annehme und 
diese Ehre zu schätzen wisse. Er 
dankt der Bündner Regierung da- 
für, dass sich diese um seine Entlas- 
sung aus dem bisherigen liechten- 
steinischen Staatsverband bemü- 
hen wolle. 
432. Staatsarchiv Graubünden IV 25 g 4: Ein- 
bürgerung Peter Kaisers in Vigens 1856; Kaiser 
an den Kleinen Rat, Chur, 9. Juli 1856 (Abschrift 
LLA Materialien Peter Kaiser). 
433. Das Schreiben im LLA Materialien 
Peter Kaiser; Staatsarchiv Graubünden IV 25 g 
4: Einbürgerung Peter Kaisers in Vigens 1856; 
Kanzlei an Fürstl. liecht. Regierungsamt Vaduz, 
Chur, 10. Juli 1856. 
434. Kopie des Schreibens vom 15. Juli 1856 
im LLA Materialien Peter Kaiser. 
435. LLA Materialien Peter Kaiser, Schrei- 
ben der Hofkanzlei an das Vaduzer Regie- 
rungsamt, Wien, 3. August 1856. 
Entlassung 
aus Liechtenstein 
 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.