Gemeindevorständen und Wahlmännern Rechenschaft über seine parla- 
mentarische Tätigkeit in Frankfurt.“ Zwanzig Tage später legte er mit 
einem Schreiben «An meine Landsleute»" sein Mandat als Abgeordneter 
nieder. Sein Nachfolger wurde Karl Schádler. 
Insgesamt zeigte sich Peter Kaiser über die fruchtlosen Frankfurter Ver- 
handlungen enttáuscht. In seinem politischen Testament vom November 
1848 zog er das Resumée seiner Arbeit als liechtensteinischer Parlamenta- 
rier in Frankfurt. Es fehle ihm die Überzeugung, dass er dem Land in 
Frankfurt «wesentliche Vortheile» habe verschaffen kónnen. Allerdings 
sei die Lage weniger schlimm als man glaube, es mangle in erster Linie an 
«Muth und Vertrauen auf uns selbst, Vertrauen auf die góttliche Vorse- 
hung». Mit der Fruchtbarkeit des Landes und der eigenen Kraft habe 
Liechtenstein doch auch Hilfsquellen. Das Land habe Ruhe, Gesetz, Ord- 
nung und Recht, und wer gerecht gegen andere sei, habe auch Gerechtig- 
keit zu erwarten. Kaiser unterstrich die Bedeutung des Willens zur Selb- 
stándigkeit, die auch Opfer rechtfertige. Er mahnte, sich als Staat auf die 
eigenen Kráfte zu besinnen, Verpflichtungen gegen aussen zu erfüllen 
und gegen innen die grósstmógliche Unabhàngigkeit zu bewahren. Auch 
der Fürst werde eine «freie, einfache bürgerliche Ordnung» gewähren und 
diese achten, wenn er die Treue sehe, die man ihm beweise. Damit war Kai- 
sers politische Tätigkeit für Liechtenstein abgeschlossen. Zwar wurde er 
im Mai 1849 noch zum Mitglied des neuen liechtensteinischen Parlamen- 
tes, des Landrates gewählt, ein Mandat allerdings, das er aus zeitlichen 
und beruflichen Gründen nicht mehr wahrnehmen konnte. 
Das öffentliche Geschehen interessierte Kaiser, der als liechtensteinischer 
Staatsbürger in der Schweiz politisch nicht tätig werden konnte, weiterhin. 
Seine Ansichten darüber sind zum Teil bekannt. Wie schon in Frankfurt 
An meine 
Landsleute 
 
        

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