Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
17
Erscheinungsjahr:
1993
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000058377/7/
Einleitung: Überliefern und Erforschen "Die Mutter grosser und unsäglicher Übel ist die Unwissen­ heit." (Peter Kaiser') Jubiläumsjahrzahlen haben für sich keinen Wert. Doch bieten sie kalendarischen Anlass, sich mit dem Jubiläumsgegenstand vertieft zu befassen. Solches gilt für die 200. Wiederkehr des Geburtstages von Peter Kaiser, der am 1. Oktober 1793, mit­ ten in der Zeit der Französischen Revolution, in Mauren im Reichsfürstentum Liechtenstein geboren wurde. Obwohl der Erzieher, Historiker und Politiker Peter Kaiser (1793-1864) im Aus­ land studierte und zeitlebens im Ausland als Lehrer bei Fellenberg, bei Pestalozzi und an den Kantonsschulen in Aarau, Disentis und Chur tätig war, wirkte er prägend und fruchtbar auf Liechtenstein zurück, so sehr, dass er den Liechtensteinern unter allen geschichtlichen Persönlichkeiten ihres Volkes bis heute als Grösster gilt. Er war der erste Geschichtsschreiber des Fürstentums Liechtenstein - daneben auch Graubünd- ner Historiker -, zugleich politischer Anwalt des liechtensteinischen Volkes 1840 und vor allem 1848 in der Revolutionszeit: Hier prägte er massgeblich die Führung der Revolutionsbewegung im Lande, die demokratischen Forderungen gegenüber der fürstlichen Macht und die Verfassungsarbeit und vertrat Liechtenstein in der Frank­ furter Paulskirche. Er war eine demokratische Führungsgestalt, ohne eigene Macht zu suchen. Sein Wort, seine Gedanken, Umsicht und religiös begründete moralische Autorität wirkten bei seinen Landsleuten. Er gab dem Volksschulwesen in Liechten­ stein Impulse. Seine Verfassungsideen von 1848 flössen in die konstitutionelle Verfas­ sung von 1862 ein und leben in der Verfassung von 1921 bis in die Gegenwart fort. Kultur bedarf der Überlieferung, sonst bricht sie ab. Damit ist der eine Zweck des vorliegenden Bandes genannt: Er will das Wissen über Peter Kaiser den Gegen­ wärtigen und Künftigen weitergeben, es nicht verstauben, versinken und vergessen lassen. Zum andern dient dieser Band dem Vertiefen und Differenzieren dieses Wis­ sens durch weiteres Forschen zu Peter Kaiser. Die Beiträge dieses Bandes sind denn auch von Forschenden und zugleich Lehrenden verfasst. Als Referate sind sie am 7. und 8. Mai 1993 in Bendem anlässlich des vom Liechtenstein-Institut veranstalte­ 1 Aus Peter Kaisers Brief "An meine Landsleute!" vom 26. November 1848, gedruckt bei Franz Josef Kind, Peter Kaiser (1793-1864), in: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechten­ stein GBL), Bd. 5, Vaduz 1905, S. 35. 7
        

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