Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
17
Erscheinungsjahr:
1993
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000058377/15/
Peter Kaiser (1793-1864) Herkommen und Bildungsweg Das Geburtsjahr Peter Kaisers fiel in ein dunkles Jahrzehnt. Sein Landsmann Johann Georg Heiben berichtet in seiner Chronik, wie bedrängt das menschliche Dasein im Fürstentum war, wie sehr Auflagen, Teuerung und Hunger drückten. Der Krieg stand vor der Türe, nachdem, wie der Chronist meinte, 1789 die "fran­ zösische Freiheitsseuche" ausgebrochen war. Die äusseren Voraussetzungen konn­ ten einem jungen Menschen kaum Hoffnung geben. Peter Kaiser war das neunte der dreizehn Kinder von Michael Kaiser und Maria Anna Matt. Der Vater war ein vergleichsweise wohlhabender Bauer und bei Gele­ genheit als Transporteur tätig. Er amtierte als Säckelmeister und Gemeindevogt. Peters Mutter war eine Tochter von Franz Josef Matt, dem Tavernenwirt auf dem Wert in Mauren und Inhaber der Mühle in Schaanwald, sowie dessen zweiter Frau Rosa Tiefenthaler. Diese Familie Matt war begütert, einflussreich, verschiedene Mitglieder hatten öffentliche Ämter inne und durch Heiraten ein interessantes Beziehungsgeflecht aufgebaut. Vorfahren hatten die Ämter des Landammannes und des Landeshaupt­ mannes innegehabt, Franz Josef selbst hat verschiedene Gemeindeämter bekleidet. Zwei seiner Schwestern waren in Klöster eingetreten, eine andere harte sich mit dem Feldkircher Stadtammann Peter Josef Leone vermählt. Eine Tochter aus Franz Josefs erster Ehe heiratete den Landammann Franz Josef Nescher aus Gamprin, ein Sohn die Tochter des Landammannes Dominik Burtscher aus Ruggell. Ein anderer Nachkomme, ein Stiefonkel Peter Kaisers, liess sich 1770 als junger Mann aus Mau­ ren ausbürgern und wurde danach als Rechtsagent in Wien tätig, wo Peter Kaiser seit 1810 studierte. In zweiter Ehe hatte Franz Josef Matt Rosa Tiefenthaler aus Feldkirch geheiratet, die Schwester der Wirtin zum "Adler" und des Pfarrherrn in Schlins. Rosa Tiefen­ thaler, die Grossmutter Peter Kaisers also, hatte den Ruf einer tüchtigen, energi­ schen, witzigen und leutseligen Frau. Sie war zudem mit einem scharfen Mundwerk ausgerüstet, das sie, wie berichtet wird, mehrere Male mit der Justiz in Konflikt gebracht habe. Nach dem Tode von Franz Josef Matt vermählte sie sich in zweiter Ehe wieder nach Feldkirch. Maria Anna, die Mutter von Peter Kaiser, war ihre älteste Tochter und eine Schwester des Landesmajors Peter Matt, der ebenfalls in angesehene Familien in Bendern und Balzers einheiratete. Peter Matt gilt als der Erbauer des "Hirschen" in Mauren. Einige Mitglieder der Matt waren Wirtsleute oder hatten in W^rtsfamilien eingeheiratet, sassen also an Punkten, die in ökonomischer und gesellschaftlich­ sozialer Hinsicht Bedeutung hatten, wo Geschäfte getätigt wurden und die Kom­ munikation floss. Wir sehen, dass Kaiser mindestens mütterlicherseits vergleichsweise gute fami­ liäre Möglichkeiten und enge verwandtschaftliche Beziehungen etwa nach Feld­ kirch und Wien zur Verfügung standen, deren Nutzbarmachung das Fortkommen eines offensichtlich talentierten jungen Menschen doch massgeblich fördern konn­ ten. Von Peters Geschwistern erlebten nur fünf ein Alter von zwei Jahrzehnten, allein 1796 starben vier der Kinder. Über die Jugendjahre Peters ist kaum eine verlässliche Aussage möglich. Die Schule in Mauren und der Krieg, mit dem die französische Armee und die Koalitionstruppen um 1800 das Rheintal überzogen - Peter Kaiser 17
        

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