Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
16
Erscheinungsjahr:
1993
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000055861/79/
Oekonomische Sicht den es relativ gut kennt, und wenn es eine gewisse Grösse erreicht hat, dann exportiert es, und zwar vor allem in Länder, die einen ähnlichen Bedarf haben. Natürlich gibt es noch den Spezialitätenhandel t 
Spezialgüter, die in allen Entwicklungsländern gefragt sind - aber im allgemeinen braucht man eine ziemlich hohe Konkurrenzfähigkeit, um im Ausland Erfolg zu haben. Ferner ist der Aussenhandel riskanter, weil er durch Gesetze und Wechsel­ kurse plötzlich geändert werden, kann,-und das schafft zusätzliche Unsi­ cherheiten. Ein grosses Land mit seinem grösseren Inlandsmarkt und häufig besseren Informationen hat da gegenüber kleinen Ländern gewisse Vorteile. Das hat sich aber in neuerer Zeit insoweit geändert, als auch in kleineren Staaten - nicht zuletzt in der Schweiz und in Schweden - multinationale Konzerne entstanden sind, also Konzerne, die nicht mehr in einem einzigen Land produzieren und absetzen, sondern internationalisiert sind und so Kontakt mit ihren Märkten und einen besseren Zugang zu Vorprodukten haben. Diese Ausbreitung ist die Logik der internationalen Konzerne, die momentan ja auch zum europäischen Markt führt. Die alten Monopolbe­ triebe waren nationale Konzerne, die an Zollmauern interessiert waren, um ihren nationalen Markt zu schützen. Dort hatten sie dann eine geschützte Stellung und konnten eventuell einen Teil ihrer Produktion exportieren. Aber der geschützte Binnenmarkt war ihre Hauptbasis. Mit dem Anwach­ sen internationaler Verflechtungen hat sich das geändert. Immer mehr Betriebe produzieren und setzen international ab, und nationale Grenzen werden für sie immer mehr zu Hemmnissen. Die nationale monopolistische Lobby ist schwächer geworden und die "internationalistische Lobby" ist stärker geworden. Unabhängig von den politischen und ideologischen Fak­ toren haben diese ökonomischen Kräfte dazu beigetragen, dass es jetzt zu Abkommen kommen kann, welche die alte paneuropäische Idee der Vor­ kriegszeit nicht realisieren konnte. Wenn es den Kleinstaaten gelingt, von dieser Internationalisierung richtig Gebrauch zu machen, so ist das eine Möglichkeit, die Unsicherheiten im Aussenhandel zu verringern. Die Inte­ gration bedeutet ja unter anderem genau dies, dass die Unsicherheiten ver­ ringert werden sollen: einheitliche Wechselkurse, keine Zollgrenzen, keine administrativen Schwierigkeiten. Es stellt sich allerdings die Frage, ob nicht die durch die Integration erleichterten Kapitalansammlungen und Fusionen die Grossstaaten und die Konzerne in den Grossstaaten auf eine andere Weise begünstigen werden, und zwar nicht kraft-ihrer technischen Überlegenheit, die sie nicht mehr haben werden, weil dann auch die. Kleinstaaten für einen grossen Raum 85
        

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