Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
16
Erscheinungsjahr:
1993
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000055861/73/
Oekonomische Sicht mehr in Betracht kommen (obwohl beispielsweise Luxemburg sehr stark von einem halbfertigen- Produkt, nämlich Stahl, abhängt, aber das ist ein Problem anderer Art). Nur der Kuriosität halber möchte ich noch erwähnen, dass in der ökono­ mischen Theorie ein spezielles Kleinstaatenproblem in letzter Zeit theore­ tisch sehr viel diskutiert wird. Es ist die Theorie der sogenannten "small open economies". Das Problem, das im Rahmen dieser Theorie behandelt wird, ist das der-ökonomischen Souveränität. Es stellt sich nämlich die Frage, wie weit in einer Welt, in der Güterströme und Kapitalbewegungen und eventuell auch die Wanderungen von Arbeitskräften zunehmend freier werden, ein einzelnes kleines Land seine Wirtschaftspolitik überhaupt noch beeinflussen kann. Wenn nämlich die Welt sehr offen ist und wir ferner annehmen, dass bei nationalen Zinssatzunterschieden das Kapital frei aus­ strömen kann, dann sind kleine Länder kaum mehr imstande, durch ihre Geldpolitik viel zu erreichen. Die Geldpolitik ist aber ein wichtiger wirt­ schaftspolitischer Faktor. Wenn kleine Länder ihre Geldpolitik abkoppeln wollen, dann strömt das Kapital, sofern keine Hindernisse bestehen, in andere Länder. Ein kleines Land muss daher durch die Öffnung und seine kleine Rolle im Kapital- und Güterverkehr zweifelsohne Souveränitätsver­ luste erleiden. Aus dieser Perspektive erstreckt sich dann aber die Definition "kleine Länder" bis hinauf zu Italien; oder Frankreich, und man hätte nur mehr einige wenige "grosse" Weltländer wie die USA, Japan und vielleicht Deutschland, alle anderen wären klein. Kehren wir aber wieder zum Problem Grösse und Wohlstand zurück. Das Kriterium der Fläche spielt eigentlich vom ökonomischen Gesichts­ punkt her die geringste Rolle, obwohl manche Ökonomen betont haben, Fläche könne dann eine Rolle spielen, wenn wir annehmen, dass die Roh­ stoffe relativ gleichmässig über die Welt verteilt sind. Dann liegt es auf der Hand, dass in einem grossen Land mehr Rohstoffarten vorhanden sind als in einem kleinen Land. Das bedeutet, dass ein grosses Land weniger von importierten Rohstoffen abhängig ist als ein kleines, was unter gewissen Bedingungen ein Vorteil sein kann. Wenn z.B. Öl knapp ist, ist es ein Vor­ teil, wenn man im eigenen Land Vorräte hat. Dies ist indes ein Argument, das deswegen an Bedeutung verliert, weil die Rohstoffe eben nicht gleich­ mässig verteilt sind, sondern sehr stark in einem Land konzentriert sein können, so dass auch ein kleines Land aus wichtigen Rohstoffvorkommen Vorteile ziehen kann. Öl ist ein besonders gutes Beispiel, denn Öl ist sehr ungleich verteilt, so dass man heute bei den Entwicklungsländern eine 
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