Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
16
Erscheinungsjahr:
1993
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000055861/7/
Einleitung Das Liechtenstein-Institut in Bendern hat vom 26.-28. September 1991 sein zweites internationales Symposium veranstaltet, dessen wissenschaftlicher Ertrag in diesem Band präsentiert wird.1 Die vom Herausgeber organisierte Tagung zum "Kleinstaat" war. bewusst interdisziplinär ausgerichtet und wurde administrativ seitens der Geschäftsführerin Rita Kieber und von Dr. Hubert Büchel betreut, denen ich an dieser Stelle nochmals herzlich danken möchte. Es ist bislang weder politisch-praktisch noch politikwissenschaftlich gelungen, den Kleinstaat in allgemeinverbindlicher Weise zu definieren.2 Diese eigentlich unumstrittene Feststellung ist dahingehend kritisiert wor­ den, dass hier ein typisches Missverständnis der politologischen Methode vorliege; denn es könne "gar nicht gelingen, einen allgemeinverbindlichen Begriff des Kleinstaates zu schaffen, es sei denn, er würde so allgemein, dass er schlicht nichtssagend bliebe".3 Diese Kritik ist zwar nicht ganz unberech­ tigt, aber trivial; denn selbstredend sind die gesamtgesellschaftlichen Struk­ turbesonderheiten oder Eigentümlichkeiten auch und gerade von Kleinstaa­ ten stets soziohistorisch vermittelt. Insofern sind politische Systemanalysen immer schon standortgebunden. Systemvergleiche können ohnedies in der Regel nur einige wenige Generalisierungen erbringen, so dass die Theorie­ 1 Das erste Symposium des Liechtenstein-Instituts ist dokumentiert in: Helga Michalsky (Hrsg.), Politischer Wandel in konkordanzdemokratischen Systemen (Liechtenstein Politi­ sche Schriften Bd. 15), Vaduz 1991. 2 Arno Waschkuhn, Strukturbedingungen und Entwicklungsprobleme des Kleinstaates, in: Schweizerisches Jahrbuch für Politische Wissenschaft 1990: Zukunft des Staates/L'avenir de l'Etat, Bern 1991, S. 137-155,138. 3 Walther Hofer, Die Schweiz als "Kleinstaat" oder wie klein ist die Schweiz nun wirklich? in: Ewald R. Weibel, Markus Feller (Hrsg.), Schweizerische Identität und Europäische Integration, Stuttgart u. Wien 1992, S. 51-65, 55. Weiter wird argumentiert: "Es kann nicht gelingen und wäre letztlich ein eitles Unterfangen, weil der Begriff historisch bedingt ist und damit eben grundsätzlich relativ, d. h. in Beziehung zur jeweiligen konkreten politi­ schen Umwelt interpretiert wird. So ist die Schweiz im Verlaufe ihrer Geschichte in ihrem internationalen Umfeld ganz unterschiedlich gewichtet worden. . . . Mit einem Wort: die Schweiz ist historisch gesehen keineswegs durchgehend "Kleinstaat" gewesen." (ebd.) 7
        

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