Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
16
Erscheinungsjahr:
1993
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000055861/302/
Geschichtliche Grundzüge marken38, Finanzeinbürgerungen39 und vor allem das in den Zwanzigerjah­ ren für Liechtenstein entdeckte und seither erfolgreich genützte Gesell­ schafts- und Treuhandwesen.40 Diese Nischenzweige und ihre Verteidigung erzeugten zugleich gegenüber andern Staaten einen ständigen moralischen Zwang zur Rechtfertigung; diese war nicht leicht zu leisten. Korrigierende und kompensierende Image-Pflege im Ausland wurde daher begleitend als zusätzliche ausseripolitische Aufgabe wahrgenommen.41 Hierbei erwiesen sich immer wieder Kleinheit, frühere Jahrhündertarmut und die freundliche Friedlichkeit Liechtensteins als hilfreiche Argumente beim Werben um Verständnis für die Nischenpolitik. Diese sucht Liechtenstein heute im aktuellen europäischen Integrationsschub weiter zu bewahren oder zu diversifizieren. II. Aussenpolitik in extremis 1938-1945 Bestätigen sich die oben abgeleiteten Grundzüge auch in der Phase von 1938 bis 1945, während welcher der Nationalsozialismus, das Dritte Reich und der Krieg Liechtenstein unmittelbar und existentiell bedrohten? Wir überschauen die- neun Grundzüge kurz für diesen zeitgeschichtlichen . Abschnitt, in welchem für das Ländchen - wie für alle andern Staaten auch - "Aussenpolitik in extremis" gefordert war, zumal der Schutz des Völker­ rechts in einer Gewaltzeit wenig galt.42 38 Vgl. Landesrechnungen, Rechenschaftsberichte 1922 ff. 39 LLA, Einbürgerungsakten. - Peter Geiger, Liechtenstein im Jahre 1938, in: JBL, Bd. 88, Vaduz 1990, S. 5 f. . 40 VgL die Angaben in den Landesrechnungen und in den Rechenschaftsberichten der Regierung 1922 ff. 41 Vgl. etwa LPS Bd. 7: Das Bild Liechtensteins im Ausland, Vaduz 1977. 42 - Der Verfasser arbeitet zur Zeit an einem Forschungsprojekt am Liechtenstein-Institut zur liechtensteinischen Geschichte in den Dreissigerjahren und im Zweiten Weltkrieg; daraus wird eine Darstellung dieses zeitgeschichtlichen Abschnitts hervorgehen. - Siehe zu diesem Teil auch: Adulf Peter .Goop; Liechtenstein gestern und heute, Vaduz 1973; Norbert Jan­ sen/Robert Allgäuer/Alois Ospelt (Red.), Liechtenstein 1938-1978, Bilder und Dokumente, Vaduz 1978; Joseph Walk, Liechtenstein 1933-1945, Nationalsozialismus im Mikrokosmos, in: Ursula Büttner (Hrsg.), Das Unrechtsregime, Internationale Forschung über den Natio- , nalsozialismus, Bdi 1, Flamburg 1986, S. 376-425; Horst Carl, Liechtenstein und das Dritte Reich, Krise und Selbstbehauptung des Kleinstaates, in: Press/ Willoweit (Hrsg.), Liechten­ stein T 
Fürstliches Haus und staatliche Ordnung, 2. Aufl., Vaduz-München-Wien 1988, S. - 419-464; Gerhard Krebs, Zwischen Fürst und Führer, Liechtensteins Beziehungen zum 'Dritten Reich', in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht,-1988/Nr. 9, S. 548-567; Peter Geiger, Liechtenstein im Jahre 1938, in: JBL, Bd. 88, Vaduz 1990, S. 1-36; Peter Geiger, Anschlussgefahren und Anschlusstendenzen in der liechtensteinischen Geschichte, in: Gei­ ger/Waschkuhn (Hrsg.), Liechtenstein: Kleinheit und Interdependenz, LPS 14, Vaduz 1990, S. 51-90; Peter Geiger, "Am Rande des Strudels", in: 'Dufour'Nr. 3, Oktober 1990, S. 56-63. 333
        

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