Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
16
Erscheinungsjahr:
1993
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000055861/285/
Prinz Nikolaus von Liechtenstein 3. UNO Die multilaterale Komporiente unserer Aussenbeziehungen ist im Laufe der Jahre stark gewachsen. Dies ist einmal darauf zurückzuführen, dass seit dem Zweiten Weltkrieg sowohl auf globaler als auch auf europäischer Ebene diese Form der Zusammenarbeit einen wahren Aufbruch erlebt hat, nicht zuletzt als Lehre aus den beiden schrecklichen Weltkriegen. Aus liechten­ steinischer Sicht hat die multilaterale Präsenz den Vorteil, dass sie weniger aufwendig ist als ein ganzes Netz bilateraler Vertretungen. An einem Ort sind Kontakte zu einer Vielzahl von Ländern möglich. Dazu kommt, dass eine Mitgliedschaft in internationalen Organisationen zuriieist auch von den dort ausgeführten Tätigkeiten für uns von Interesse ist (man denke z. B. an die rechtliche Zusammenarbeit im Rahmen des Europarates usw.). Ein wei­ terer, und bei manchen multilateralen Zusammenschlüssen für uns der wichtigste Grund der Mitgliedschaft ist die damit verbundene allgemeine Anerkennung unserer Souveränität und internationalen Verkehrsfähigkeit. Dieser Aspekt ist natürlich auf Weltebene zuerst durch die UNO gege­ ben, der wir nun seit einem Jahr angehören. Wenn auch die formale, völker­ rechtliche Anerkennung schon durch unsere Mitgliedschaft kurz nach dem Zweiten Weltkrieg beim Statut des Internationalen Gerichtshofes gegeben war, so ist natürlich mit der UNO-Mitgliedschaft eine viel grössere politi­ sche Wirkung und damit auch Souveränitätsabsicherung gegeben. Es ist halt nun einmal so, dass es genau wie im gesellschaftlichen Leben auch im politi­ schen Leben einen Ausschlusseffekt gibt: Wenn man nicht an dem Tisch eingeladen ist, zu dem Gleichgeartete eingeladen werden, so kann bald ein­ mal die Erosion der vermeintlich erkämpften Position eintreten. 4. Europarat, KSZE Nicht zuletzt unter diesem Gesichtspunkt scheint mir auch unsere Mit­ gliedschaft beim Europarat von grosser politischer Bededutung gewesen zu sein: Im Europarat erfolgt die Anerkennung als erstens europäischer und zweitens rechtsstaatlich und demokratisch organisierter Staat, eine sehr qualifizierte Anerkennung also. Wenn man in diesem Klub Mitglied ist, so wird man von den andern Klubmitgliedern als seinesgleichen anerkannt, und die Mitgliedschaft in noch restriktiveren Klubs wird damit erst mög­ lich. Zur Absicherung unserer Position ist auch die KSZE von Bedeutung: Sie fasst geographisch alle europäischen Länder zusammen, ohne weitere Qua­ 314
        

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