Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
16
Erscheinungsjahr:
1993
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000055861/280/
Liechtensteinische Aussenpolitik Ich wurde gebeten, im Rahmen dieses Symposiums, ohne genaue Themeri- vörgabe, zur liechtensteinischen Aussenpolitik zu sprechen, dabei aber unsere Beziehungen zu KSZE, Europarat, Schweiz, EWR und UNO zu berühren. In Anbetracht der kurzen mir zur Verfügung stehenden Zeit möchte ich in einem ersten Teil recht abstrakt über liechtensteinische Aussenpolitik sprechen, um dann in einem zweiten Teil konkrete Fragen, die uns momen­ tan beschäftigen, zu behandeln. Es sei noch angefügt, dass ich hier natürlich nur meine persönlichen Ansichten äussere. I. Bedingungen liechtensteinischer Aussenpolitik 1. Abhängigkeit Lassen Sie mich von einem bemerkenswerten Artikel von Peter Geiger in den Politischen Schriften, Band 14, ausgehen, mit dem Titel: "Anschlussge­ fahren und Anschlusstendenzen in der liechtensteinischen Geschichte". Der Autor beschreibt dann verschiedene Epochen in der liechtensteinischen Geschichte, vor allem des 19. und 20. Jahrhunderts, in denen Liechtensteins Eigenständigkeit bedroht war oder als bedroht angesehen wurde. Die histo­ rische Studie zeigt, dass die Existenz Liechtensteins mehrmals an einem Faden hing und die Schere, die diesen Faden hätte durchschneiden können, in den Händen äusserer Mächte lag, wobei diese zumeist nicht so sehr das Schicksal Liechtensteins vor Augen hatten, sondern grössere politische Zusammenhänge. Diese Abhängigkeit von den Interessen anderer ist wohl typisch für den Machdosen, sei es nun ein Staat, eine andere Gemeinschaft oder ein Einzel­ mensch. Dieses Wissen relativiert die Bedeutung liechtensteinischer Aus­ senpolitik: Auch beste Politik kann unsere Existenz nicht garantieren. Für 309
        

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