Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
16
Erscheinungsjahr:
1993
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000055861/249/
Politisches System tung auf eine Konkurrenzdemokratie zu verändern, während die andere teiloppositionelJe Gruppe der Überparteilichen Liste vornehmlich andere Personen in die politischen Amter und Positionen bringen will und dabei auf ein Handlungs- und Grundsatzprogramm verzichtet. Diese Trennungs­ linie ("cleavage") ist eindeutig. Nicht ganz so eindeutig, wenngleich vorhanden, sind die "cleavages" zwischen den beiden etablierten Parteien, wobei in letzter Zeit zusätzliche Orientierungsschwierigkeiten dadurch aufgetaucht sind, dass in der Fort­ schrittlichen Bürgerpartei liberale Elemente auf dem Vormarsch sind, während der Wirtschaftsflügel am Boden liegt und unter Umständen zur Vaterländischen Union abwandert, die die Wohlstandsentwicklung und -bewahrung kontrafaktisch, aber wirkungsvoll für sich beansprucht. Die FBP ist nach wie vor eine wertkonservative, auf unabhängige Persönlichkei­ ten von intellektuellem oder menschlichem Rang bezogene Partei, während die VU viel von Organisation und Parteidisziplin hält. Die VU ist eine effi­ ziente Apparatpartei geworden. Demgegenüber hat die FBP eher einen amateurhaften Anstrich und vertraut auf Grundwerte, die sich im politi­ schen Diskurs als zielführend , erweisen sollen. Der Vorsprung der VU besteht im besseren Management plus Marketing und im Willen zur Macht­ erhaltung. Die VU ist im grossen und ganzen eine mehr zentralistische Partei, die Bürgerpartei eine Partei mit gesinnungsethischen Zügen und individuellen Abweichungen. Die VU ist machtbewusster und hierin von keinen Selbst­ zweifeln geplagt, die FBP reflexiver und sowohl im Denken wie im Han­ deln weniger, geschlossen. Allerdings verfügt die FBP über keine grossen Alternativen zur Politikgestaltung der VU-Regierung, da sie an dieser betei­ ligt ist und ihre Prämissen nicht in Frage stellen kann. . Die Fortschrittliche Bürgerpartei und die Vaterländische Union sind ihrem . Anspruch nach demokratische Integrationsparteien (Sammel- oder Volksparteien). Sie unterscheiden sich lediglich in den oben angeführten Nuancen. Die "Etatisierung" der beiden Parteien hat zu einer rhetorischen Flucht in die lediglich verbal mobilisierende Attitüde geführt; wie sie in den Landes- qua Parteizeitungen zum Ausdruck kommt, die gebetsmühlenartig bestimmte Parolen und Standpunkte reproduzieren, ohne überhaupt eine wirkliche Auseinandersetzung zu suchen. Der Wille zur Machterhaltung oder zum Machtgewinn hält die Parteien als Wählergruppen zusammen sowie die von den Führungsgremien betrie­ bene Suche nach einem wählerwirksamen Regierungschef-Kandidaten, hin­ 275
        

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