Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
16
Erscheinungsjahr:
1993
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000055861/238/
Zusammenfassung der Diskussion Helga Michalsky stellte vorab in der von ihr geleiteten Diskussion fest, dass sie etwas von der These überrascht sei, dass die Rückentwicklung der Bedeutung von Kleinstaaten im Selbstverständnis dieser selbst als ein Merk­ mal der achtziger Jahre angesehen wurde, sie möchte des weiteren im Zusammenhang mit der EG hinsichtlich der Zukunft und Assoziation der neu entstehenden Staaten im Osten zu bedenken geben, ob man im Blick auf die EG und die damit für die Kleinstaaten verbundenen Folgen bislang nicht eine ziemlich optimistische Perspektive auf den Fortgang des Integra­ tionsprozesses eingenommen habe. Nach ihrer Auffassung verspreche die­ ser Integrationsprozess in der nächsten Zukunft eher zu stagnieren. Hinsichtlich des Themenkomplexes Atomrüstung, Abrüstung und Kon­ trolle wurde von Clark C. Abt aufgezeigt, dass iri Europa mindestens sieben Kleinstaaten Atomkompetenz hätten, in zehn Jahren würden womöglich einige Staaten hinzukommen, ebenso im Mittleren Osten und in Latein­ amerika. Man müsse die Aussenpolitik der Kleinstaaten auch in diesem Kontext erörtern. Dietmar Willoweit brachte vor, ob man nicht in Analogie zu Kategorien von Max Weber in bezüg auf die Kleinstaaten von traditiona- len Gebilden sprechen könne, die sich rationaler Staatsplanüng entzogen hätten, was eine positive Komponente zur Folge habe, insofern Kleinstaaten kulturelle Kristallisatiönskerne darstellen könnten.- Wahrscheinlich wäre. Deutschland ohne die alte Kleinstaatenreihe kulturell ein ziemlich armseli­ ges Land. Eine solche kulturelle Identität könne staatsbildend wirken, auch die Länderbildung in der früheren DDR sei eindeutig ein kultureller Rück­ griff, vor allem Sachsen und Thüringen hätten ein ausgeprägtes Eigenbe- wusstsein. Zu der "Schichtenlehre" Däniel Thürers wurde von Thomas Bruha nachgefragt, ob es sich um objektive Entwicklungstendenzen des internationalen Systems handele, auf die sich der Kleinstaat vernünftiger­ weiseeinstellen solle. Wenn sich der Kleinstaat dieser Tendenz nicht defen­ siv verschliessen, sondern sich konstruktiv in diesen Prozess einbringen solle, dann würde er sich in letzter Konsequenz auf der Ebene einer univer­ salen bundesstäatlichen Struktur selbst überflüssig machen. Ferner stelle sich die Frage, wie sich globales und regionales System zueinander verhiel­ ten. Sollten die föderativen Entwicklungstendenzen auch global gelten, dann würde man in Dimensionen des Weltstaates hineinwachsen, was man vielleicht eher mit Skepsis betrachten sollte. 261
        

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