Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
16
Erscheinungsjahr:
1993
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000055861/215/
Aussenpolitische Aspekte stet/5 Er wird auf der internationalen Bühne nicht stillesitzen, sondern sich mit diplomatischen und anderen Mitteln dafür einsetzen, dass die Staaten keine Machtpolitik nach Gutdünken mehr führen können, sondern im Rahmen internationaler Organisationen und der Weltöffentlichkeit gegenü­ ber nach Massgabe von Rechtsprinzipien verantwortlich sind.*6 Insbeson­ dere wird er sich für Verfahren der friedlichen, wenn möglich richterlichen oder schiedsrichterlichen Erledigung von Streitigkeiten einsetzen und seine besonderen Dienstleistungen - z.B. im humanitären Bereich oder im Bereich der Abrüstung und Rüstungskontrolle - anbieten. Er wird - wie ein schwedischer Kenner forderte - "value promotive goals" verfolgen.47 Man könnte auch mit Carl Hilty sagen, der Kleinstaat müsse "eine moralische Grösse sein, wenn er fortbestehen will". Insgesamt haben die Kleinstaaten durchaus eine Zukunft. Sie sind nicht eine "Verdampfungserscheinung der Weltgeschichte", wie ein Nationalsozialist behauptete. Gerade die in den letzten Jahren erfolgte Aufnahme zahlreicher Klein- und Kleinststaaten in die UNO bezeugte und bekräftigte die Anerkennung ihrer Existenz und Leistungsfähigkeit als Teile der internationalen Ordnung. Das gilt in spezi­ ellem Mass für das Fürstentum Liechtenstein als des kleinsten, aber beson­ ders mitwirkungskräftigen Mitglieds der Vereinten Nationen. 45 Gerard Batliner, a. a. O., S. 199: Die internationale Solidarität ist nicht nur Strategie zum Schutz der Unabhängigkeit, sondern 'selbst Ziel im Interesse aller Menschen' geworden. * Ole Elgström, a. a. O., S. 262 ff., bezeichnet die aktive Aussenpolitik eines Kleinstaates als Mittel zur Bewahrung grösstmöglicher Unabhängigkeit, zur Demokratisierung der Staa­ tengemeinschaft und zur Erhaltung des Friedens. 47 Ole Elgström, a. a. O., S. 271. 231
        

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