Wahlvergehen Zum 
  
Einzelheiten zur Durchführung von 
Wahlen werden im Volksrechtege- 
setz festgelegt. Es gibt beispiels- 
weise auch an, nach welchem Wahl- 
system (Wahlverfahren) gewählt 
wird. Man unterscheidet dabei zwi- 
schen Mehrheitswahl (Majorzsy- 
stem) und Verhältniswahl (Proporz- 
system). 
Bei der Majorzwahl entscheidet — je 
nach gesetzlicher Vorschrift — die re- 
lative oder die absolute Mehrheit der 
abgegebenen Stimmen. 
Bei der Proporzwahl (auch Verhält- 
niswahl oder Listenwahl genannt) 
werden nicht so sehr Personen als 
vielmehr Parteien gewählt. Durch 
dieses Wahlverfahren ist es auch 
kleineren Parteien möglich, einen 
oder mehrere Sitze im Parlament zu 
erringen (vgl. aber Sperrklausel). 
Das Wahlsystem in Liechtenstein 
hat seit 1939 eine Reihe von Verän- 
derungen erfahren. Der ursprüng- 
liche Listenproporz wurde in einen 
Kandidatenproporz umgewandelt, 
um wieder vermehrt die Persönlich- 
keit und weniger die Partei in den 
Mittelpunkt zu rücken. 
Wahlkreis Nach dem Artikel 46 der 
liechtensteinischen Verfassung bil- 
det das Oberland und das Unterland 
je einen Wahlkreis (Wahlbezirk). 
Von den 25 Landtagsabgeordneten 
werden 15 im Oberland und 10 im 
Unterland gewählt. 
Schutz des 
Wahlrechtes werden Vorschriften er- 
lassen. Wer diese verletzt, begeht 
Wahlvergehen. Dazu zählen Wahl- 
behinderung, Wahlfälschung, Stim- 
menkauf, Verletzung des Wahlge- 
heimnisses, Wahlbestechung, Nöti- 
gung durch Gewalt oder Drohung. 
Bei Wahlvergehen drohen in Liech- 
tenstein Freiheits- oder Geldstrafen. 
In besonderen Fällen kann einem 
Verurteilten das Stimm- und Wahl- 
recht bis zu zwei Jahren aberkannt 
werden. 
Währung Unter Währung versteht 
man die Zahlungsmittel, die in einem 
Land gesetzlich anerkannt sind. 
Mit dem Währungsvertrag und dem 
Gesetz betreffend Einführung der 
Frankenwährung vom 26. Mai 1924 
gilt in Liechtenstein der Schweizer 
Franken als offizielle Währung. 
Z 
Zensur (lat. censura = Prüfung, Beur- 
teilung) Unter Zensur versteht man 
die behórdliche Kontrolle und Uber- 
wachung von  Veróffentlichungen 
jeder Art (Wort, Schrift, Bild). Publi- 
kationen dürfen oft nur in überarbei- 
teter oder gekürzter Form verbreitet 
werden. Vielfach werden sie von der 
Zensurbehórde überhaupt verboten. 
Eine Zensur widerspricht dem 
Grundsatz der freien Meinungsäus- 
serung und verstösst gegen die 
Menschenrechte. 
Die liechtensteinische Verfassung 
schliesst Zensur nicht ganz aus. Im 
Artikel 40 heisst es: «. . . eine Zensur 
darf nur Öffentlichen Aufführungen 
und  Schaustellungen gegenüber 
stattfinden.» 
Zollvertrag Durch die geographische 
Lage und die Herkunft des Fürsten- 
hauses ergab sich für Liechtenstein 
über lange Jahre eine starke politi- 
sche, und wirtschaftliche Anlehnung 
an Osterreich. Mit dem Zoll- und 
Steuervertrag von 1852 entstand 
zwischen den beiden Staaten eine 
Zollunion. 
Der Untergang der Donaumonarchie 
1918 verlangte eine Neuorientierung 
der aussenpolitischen Beziehungen 
Liechtensteins. Dieses Bemühen 
gipfelte am 29. Márz 1923 im Ab- 
schluss des Zollvertrages mit der 
Eidgenossenschaft, wodurch das 
Fürstentum Liechtenstein Teil des 
schweizerischen Zollgebietes 
wurde. 
Die  Aussenpolitik Liechtensteins 
wird seitdem in hohem Masse von 
den Vereinbarungen bestimmt, die 
im Zollvertrag von 1923 festgehalten 
sind. 
 
        

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