Jahrgang 1982 
Die liechtensteinische Aussenpolitik Liechtenstein und Europa 
Liechtensteinisches Landesgesetzblatt 
Nr. 60 ausgegeben am 6. Oktober 1982 
  
Die Konvention zum 
Schutze der Men- 
schenrechte und 
Grundfreiheiten legt 
fest, dass die Mitglied- 
staaten nicht nur zu- 
sichern müssen, ge- 
wisse Verpflichtungen 
zur Förderung der 
Menschenrechte zu 
erfüllen, sondern auch 
anerkennen müssen, 
dass der einzelne den 
Schutz des Völker- 
rechts geniesst. 
Darüber hinaus bietet 
die Konvention jedem; 
der seine Rechte ver- 
letzt glaubt, die Móg- 
lichkeit, gegen die 
  
die er dafür verant- 
wortlich macht. 
284 
  
Regierung vorzugehen, 
Konvention zum Schutze der Menschenrechte 
und Grundfreiheiten 
vom 4. November 1950 
Datum des Inkrafttretens für das Fürstentum Liechtenstein: 
8. September 1982 
Das wichtigste Ergebnis der Arbeit des 
Europarates ist sicher die « Européi- 
sche Konvention der Menschen- 
rechte und Grundfreiheiten» von 
1950. Die Unterzeichnung dieses 
Abkommens verpflichtet jeden Mitglied- 
staat, die elementaren Menschenrechte 
und die Freiheit des einzelnen zu 
garantieren. Bürger von Mitgliedstaaten, 
die sich in ihren Rechten verletzt fühlen, 
können zunächst die «Europäische 
Kommission für Menschenrechte» und 
dann den «Europäischen Gerichtshof für 
Menschenrechte» anrufen. Beide 
Einrichtungen haben ihren Sitz in Strass- 
burg. Des weiteren bemüht sich der 
Europarat, die Sozial- und Wirt- 
schaftsgesetzgebung der Mitglied- 
staaten aufeinander abzustimmen. 
In diesem Zusammenhang ist das 
Recht auf Arbeit, auf gerechte Entlöh- 
nung, auf soziale Sicherheit sowie die 
Gleichstellung von Mann und Frau in 
  
  
Arbeit und Beruf zu nennen. Die Aus- 
einandersetzung mit dem gemeinsamen 
kulturellen Erbe zeigt sich beson- 
ders in den verschiedenen Kunstaus- 
stellungen, dem Europäischen Jahr der 
Musik (1985) und dem Europäischen 
Film- und Fernsehjahr (1988), die in 
Zusammenarbeit mit der EG realisiert 
wurden. Im Bereich Bildung und 
Erziehung sollen vor allem Ausbildung 
und Erziehungsinhalte den Erforder- 
nissen der modernen Gesellschaft an- 
gepasst werden. Dabei stehen ständige 
Weiterbildung (éducation permanente), 
Forderung der fremdsprachlichen 
Ausbildung und Zusammenarbeit im 
Hochschulwesen im Mittelpunkt der 
gemeinsamen Bemühungen. 
Mit den beiden Institutionen «Europái- 
sches Jugendzentrum» und «Euro- 
páischer Jugendfonds» versucht der 
Europarat, die Jugend vermehrt auf 
ihre nationale und europáische Bürger- 
verantwortung vorzubereiten. Das 
Zentrum vermittelt neben Sprach- und 
anderen Weiterbildungskursen vor allem 
Begegnungsstátten der europáischen 
Jugend; der Fonds andererseits unter- 
stützt finanziell europáische Aktivitáten 
von Jugendorganisationen. 
Im medizinischen Bereich steht 
die europaische Gesundheitspolitik im 
Vordergrund, um die Gesundheits- 
vorsorge europaweit auszubauen, aber 
auch um neu auftauchende Gesund- 
heitsrisiken (z. B. Aids, Drogenproble- 
matik) gemeinsam zu bekämpfen. 
 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.