Grundsätzliche Überlegungen zur 
liechtensteinischen Aussenpolitik 
Oberstes Ziel der liechtensteinischen 
Aussenpolitik ist die Erhaltung der 
Souveränität des Staates Liechtenstein. 
Diese eindimensionale Zielrichtung lässt 
sich durch die ganze liechtensteinische 
Geschichte hindurch verfolgen. 
Sie erklärt sich aus der besonderen 
geographischen Lage und der Kleinheit 
des Landes. Heute stellt sich jedoch 
die Frage, ob eine alleinige Ausrichtung 
auf Unabhängigkeit noch zeitgemäss ist 
und was man unter einer solchen 
«Unabhängigkeit» zu verstehen hat. 
Denn in einer Zeit, da sich auch grosse 
Staaten zu wirtschaftlichen und politi- 
schen Zusammenschlüssen vorbereiten, 
wäre es politisch unklug, sich um einer 
falsch verstandenen Souveränität willen 
von den anderen Staaten abzukapseln 
und den politischen Anschluss an die 
Zukunft zu verpassen. 
Es ist unbestritten, dass die Fürsten von 
Liechtenstein durch ihr diplomatisches 
Geschick einen wichtigen Beitrag 
leisteten, um Liechtensteins Souveräni- 
tät bis auf den heutigen Tag zu bewah- 
ren. Doch aussenpolitisches Handeln ist 
heute kaum mehr mit den gleichen 
Methoden wie vor 100 Jahren zu 
verwirklichen. 
Damals beschränkte sich die liechten- 
steinische Aussenpolitik auf ein 
Abwägen zwischen Eigenstaatlichkeit 
und Annäherung an die Nachbarstaaten: 
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von 1852-1919 Zollvertrag mit Oster- 
reich; 1921 Postvertrag und 1923 Zoll- 
vertrag mit der Schweiz. 
Im 19. Jahrhundert, in einer Zeit also, da 
das Fürstentum Liechtenstein seine 
Souveränität entscheidend zu festigen 
vermochte, herrschten in Europa die 
Nationalstaaten vor. Es war dies eine 
Zeit, in der kaum multilaterale Bündnisse 
oder gar wirtschaftliche Zusammen- 
schlüsse stattfanden; ein jeder Staat ge- 
nügte sich selbst und war darauf be- 
dacht, seine eigenen Grenzen zu 
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Das Kaiserreich Oster- 
reich und das Fürsten- 
tum Liechtenstein 
schlossen den Zollver- 
trag vom 5. Juni 1852 
«...in der Absicht, 
den Zustand der Ab- 
sonderung zu be- 
endigen, in welchem 
sich das Fürstentum 
Liechtenstein gegen- 
über dem übrigen 
Deutschland befindet 
=.» 
Für Liechtenstein war 
der Vertrag in erster 
Linie eine Existenz- 
sicherung: Es konnte 
sich einerseits aus der 
wirtschaftlichen Rück- 
ständigkeit und Iso- 
lation lösen. Anderer- 
seits gelangten durch 
Zollrückvergütungen 
dringend benötigte 
Gelder in die Staats- 
kasse, die vor allem für 
die Infrastruktur 
eingesetzt wurden. 
 
        

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