Unser Staat - das Fürstentum Liechtenstein Die Rechtspflege 
Als Vorbild für die 
Darstellung der Justiz 
diente die römische 
Göttin der Gerechtig- 
keit Justitia; in der 
einen Hand hält sie ein 
Buch mit der Aufschrift 
LEX (Gesetz), in der 
anderen einen Herr- 
scherstab, der den 
Führungsanspruch der 
Gesetze gegenüber 
den anderen Gewalten 
symbolisieren mag. 
Der gerade Blick nach 
vorne scheint kein 
Abweichen vom Weg 
des Gesetzes zuzulas- 
sen. Das Fascesbündel 
galt schon in römischer 
Zeit als Symbol für das 
Recht der Beamten, 
Körperstrafen (Ruten) 
und die Todesstrafe 
(Beil) verhängen zu 
können. Die Waage be- 
nutzt Justitia, um 
jedem das ihm zuste- 
hende Recht ausge- 
wogen zuzumessen. 
(Justiz, Glasmosaik der 
Tiroler Glasmalerei- 
und Mosaik-Anstalt 
Innsbruck 1905; West- 
fassade des Regie- 
rungsgebäudes) 
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Rechtspflege und Justiz 
Einführung 
Gericht und Strafe üben seit altersher 
eine seltsame Faszination auf den Men- 
schen aus. Dieses Interesse am Straf- 
recht zeigt sich bis heute, und zwar vor 
allem in der Art der Berichterstattung 
über spektakuläre Kriminalfälle oder Pro- 
zesse. 
Wer es aber selber mit Polizei oder Ge- 
richt zu tun bekommt, erlebt immer wie- 
der ein Gefühl der Ohnmacht und glaubt 
sich einem undurchsichtigen Geschick 
ausgeliefert. 
Dieses Unbehagen erklärt sich wohl zum 
grössten Teil daraus, dass der Durch- 
schnittsbürger eine Scheu vor dem 
Recht an den Tag legt, weil er das Recht 
nicht kennt. Er weiss zwar, dass sehr 
viel im Staat geregelt ist. Alles muss 
seine Ordnung haben. Von der Geburt 
bis zum Tode ist alles staatlich regi- 
striert, was für die Offentlichkeit irgend- 
wie von Bedeutung ist. Der Bürger 
weiss aber auch, dass er als Glied dieser 
Gesellschaft an die staatliche Ordnung 
gebunden ist und dass jeder, der diese 
Ordnung verletzt, zur Rechenschaft ge- 
zogen wird. Was aber erlaubt und was 
verboten ist, das steht im «Gesetz», 
einem Sammelsurium von Paragraphen, 
vor dem der einzelne zurückschreckt, 
weil es für Laien undurchschaubar 
scheint. 
Mit den folgenden Ausführungen soll 
versucht werden, die Rechtspflege in 
vereinfachter Form darzulegen. Wer ver- 
einfacht, gerát allerdings in Gefahr, den 
Sachverhalt juristisch nicht immer ganz 
exakt wiederzugeben. 
Aber es geht vor allem darum, Schüler 
und interessierte Laien mit dem Thema 
«Rechtspflege» bekanntzumachen. 
  
 
        

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