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Unser Staat - das Fürstentum Liechtenstein 
Geschichtlicher Rückblick 
Wie unser Land früher regiert 
wurde 
Seit dem Mittelalter wurden die Aufga- 
ben der Regierung einerseits von den 
Beamten der Herrschaft und ander- 
seits vom Landammann und dem 
Gericht ausgeführt. Der Landammann 
handhabte das Polizeiwesen, er war ver- 
antwortlich für den Einzug der Steuern, 
überwachte das Armenwesen, war zu- 
stándig für die Amtsvormundschaft, 
besiegelte die ôffentlichen und privaten 
Urkunden und besorgte das Aufgebot 
der Mannschaft in Notzeiten. 
Das Gericht, dessen Vorsitzender der 
Landammann war, bestand aus zwölf 
Richtern. Es trat einmal im Frühjahr und 
einmal im Herbst zusammen. 
Nach dem Ubergang der beiden Land- 
schaften ans Fürstenhaus Liechtenstein 
änderte sich dies. Trotz Versprechungen 
des fürstlichen Kommissärs bei der 
Huldigung 1718 wurden die alten Volks- 
rechte fast gänzlich abgeschafft. 
Absolutismus und absolute Monarchie 
waren mit den althergebrachten Volks- 
rechten nicht vereinbar. 
1719 wurden Vaduz und Schellenberg 
zu einem Fürstentum vereinigt. Das 
Land wurde in sechs Amter eingeteilt. 
Landammänner und Gerichte wurden 
abgeschafft. Die fürstlichen Beamten 
übten die Regierung im Auftrag des Für- 
sten allein aus. Der Landvogt wahrte 
vor allem die Rechte des Landesherrn. 
Ihm zur Seite standen der Landschrei- 
ber und der Rentmeister. 
Die Regierung 
i 6H — 
  
Auf Dràngen des Volkes gestattete der 
Fürst 1733 eine abgeánderte Land- 
ammannverfassung; dies aber «aus 
blosser Gnade und ohne dass das ge- 
ringste Recht zugestanden wáre, mithin 
auch ohne Konsequenzen.» Der áusse- 
ren Form nach wurde das Landammann- 
gericht wieder eingeführt. Der Land- 
ammann war aber nicht mehr Vorsitzen- 
der des Gerichtes, sondern nur noch 
Beisitzer. Doch das Volk war für kurze 
Zeit zufrieden. 
Nachdem Liechtenstein 1806 ein souve- 
ráner Staat geworden war, wurde die 
Verwaltung und das Gerichtswesen neu 
gestaltet. Fürst Johann l. erliess 1808 
anstelle der abgeánderten Landammann- 
verfassung von 1733 die Dienst- 
instruktionen, nach denen sich der 
damalige Landvogt Josef Schuppler zu 
richten hatte. Das Land wurde in elf 
Gemeinden eingeteilt. Das Oberamt be- 
stand wie zuvor aus dem Landvogt, dem 
Landschreiber und dem Rentmeister. 
Zu dieser Zeit waren alle drei Beamten 
Auslànder. Das führte zu Spannungen 
und Auseinandersetzungen zwischen 
den Untertanen und den fürstlichen 
Beamten. 
Im Jahre 1815 wurde Liechtenstein 
einer der 39 Mitgliedstaaten des Deut- 
schen Bundes. Alle diese Staaten waren 
verpflichtet, eine stándische Verfassung 
einzuführen. Trotz der landstandischen 
Verfassung von 1818 lag weiterhin alle 
Macht in der Hand des Fürsten. Das 
Oberamt regierte. 
 
        

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